DO IT - Digitalisierung hydrologischer Daten
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Hannes Müller-Thomy
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Technische Universität Braunschweig
Häufige Fragen
Worum geht es in diesem Projekt?
Große Mengen hydrologischer Daten, wie Wetter- und Abflussaufzeichnungen, existieren nur in analoger Form und sind dadurch bislang leider von niemandem nutzbar. Zum Beispiel wurden Niederschlags- und Schneehöhendaten als Tabellenwerte gesammelt, jeweils für eine Station mit Daten für ein ganzes Jahr. Derzeit ist die einzige Lösung ein manueller Digitalisierungsprozess - eine simple, aber sehr zeitaufwendige Aufgabe. Durch die gemeinsame Transkription großer Mengen historischer Daten werden diese überhaupt erst für die Forschung nutzbar und tragen direkt zur Beantwortung wichtiger hydrologischer Fragestellungen bei: Wie extrem können Hochwässer werden? Wie häufig treten Starkregenereignisse auf? Haben sich diese gefährlichen Ereignisse über die Zeit in Häufigkeit und Stärke verändert? Hier kommt das Projekt Do It! ('Digitization of analogue records in time') ins Spiel – eine digitale Schnittstelle zwischen den analogen Daten und den Bürger*innen. Die gescannten Daten werden als kompakte Teildatensätze online angezeigt, und Bürger*innen können schnell und barrierefrei die Digitalisierung unterstützen.
Wie können Bürger*innen mitforschen?
Im Fokus des Projektes steht die Digitalisierung hydrologischer Daten auf der DO IT!-Plattform, welche von allen internetfähigen Geräten aufgerufen werden kann. Bürger*innen können sich zunächst mit Informationen zum Projekt auseinandersetzen, oder direkt mit der Digitalisierung beginnen. Zur Unterstützung stehen sowohl eine Kurzanleitung als auch eine ausführlichere Anleitung zur Verfügung. Eine Registrierung ist nicht erforderlich.
Was passiert mit den Ergebnissen?
Die Digitalisierungen der Bürger*innen auf der Do It!-Plattform werden in einer Datenbank gespeichert. Die Qualitätssicherung wird unter anderem durch Mehrfachtranskription gesichert, daher jeder Zeitraum wird zweifach digitalisiert. Weitere Routinen im Hintergrund führen die digitalisierten Daten zu einem großen Datensatz zusammen und überprüfen diesen auf weitere Auffälligkeiten. Vor einer Veröffentlichung des Datensatzes werden die auffälligen Daten (zum Beispiel Über- oder Unterschreiten von den Datenbereitstellern festgelegten Grenzwerten, unrealistische Wiederholung bestimmter Messwerte, etc.) überprüft. Nach vollständiger Digitalisierung und Überprüfung eines Datensatzes wird dieser nach den FAIR-Prinzipien (auffindbar, zugänglich, kompatibel und nachnutzbar) in einem Datenrepositorium abgelegt, als Publikation veröffentlicht und beides wird auf der Do It!-Plattform verlinkt. Über neue Schritte im Digitalisierungsprozess wird über die Social Media-Kanäle des Leichtweiß-Instituts für Wasserbau, Abt. Hydrologie und Flussgebietsmanagement, der TU Braunschweig, informiert. Zukünftige Forschungen, welche die durch Do It! digitalisierten Datensätze verwenden, werden ebenfalls auf der Plattform verlinkt. Dadurch wird ersichtlich, welche Forschungsfragen mit den Daten beantwortet werden konnten.
Wozu trägt die Forschung bei?
Die digitalisierten Daten können erstmals für Forschungszwecke genutzt werden. Durch die verbesserte Datenlage können Risiken für die Bevölkerung besser abgeschätzt werden. Mit langen Zeitreihen ist es einfacher, die Häufigkeit von Extremereignissen einzuordnen, also ob ein bestimmtes Starkregen- oder Hochwasserereignis einmal in 20, 50 oder 100 Jahren zu erwarten ist. Planungs- und Bemessungsarbeiten zum Überflutungsschutz können aufgrund der besseren Datenlage realitätsnäher gestaltet werden. Dadurch ergibt sich ein direkter Nutzen für die Gesellschaft. Auch Effekte des Klimawandels können besser quantifiziert werden. Durch lange Zeitreihen kann genauer ermittelt werden, wie sich das Klima über die letzten Jahrzehnte verändert hat. Die Einflüsse weniger Ereignisse oder natürlicher Schwankungen und die daraus resultierenden Unsicherheiten können dabei minimiert werden. Da die Daten frei zugänglich sind, ist das Potential für Anwendungen in Forschung und Praxis nicht limitiert und ermöglicht Fortschritte in vielen unterschiedlichen Bereichen.