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mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Erfurt sucht Neuntöter, Schwalbenschwanz & Co.

Widderchen und Natternkopf, Foto: Anna Friedel
Trockenlebensräume spielen eine zentrale Rolle für die Artenvielfalt - auch in der Stadt! Als Hotspots der Vielfalt, sind sie in der Stadt oft isoliert, was den Austausch von Arten erschwert. Damit Tiere und Pflanzen wandern können, erforschen wir Bahntrassen als Korridore und suchen nach Trittsteinen und Habitaten um den Biotopverbund zu stärken.

Themen

Projektzeitraum ab

Mai 2025

Projektende

Mai 2029

Kontakt

Cindy Völler

E-Mail senden

Institution

Fachhochschule Erfurt

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Im InBa - Vorhaben untersuchen Forschende gemeinsam mit Bürger*innen, wie Trockenlebensräume in Erfurt besser vernetzt werden können. Die Idee entstand durch die Situation der isolierten Trockenlebensräume im Stadtgebiet Erfurt, die den Austausch von Arten erschweren und so zum Rückgang der Bestände beitragen. Bahntrassen können diese Rolle übernehmen und werden daher als Verbindungslinie erforscht. Ziel ist ein stabiler Biotopverbund für Arten trockener Standorte. Mehrere Teams aus den Bereichen Stadtverwaltung, Forschung, und Planung arbeiten interdisziplinär zusammen und untersuchen Flächen entlang der Bahntrassen sowie im gesamten Stadtgebiet. Ergänzend werden Biotoptypen kartiert und die Entwicklung geeigneter Flächen analysiert. Bürger*innen unterstützen die Forschung, indem sie ausgewählte Tier- und Pflanzenarten erfassen und damit helfen, geeignete Lebensräume zu identifizieren und zu sichern. So wird untersucht, wie ein dauerhaft funktionierendes Netzwerk entstehen kann.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Im Projekt InBa können Bürger*innen selbst Teil der Forschung werden, indem sie Tier- und Pflanzenarten im Stadtgebiet von Erfurt beobachten und melden. Jede Meldung hilft! Dabei ist es egal ob aktiv nach den Arten gesucht wird oder sie beim Spaziergang nebenbei erfasst werden. Auf der InBa-Website im Bereich Citizen Science Meldeportale finden sich dafür übersichtliche Artensteckbriefe zum Herunterladen sowie direkte Links zu den Melde- und Bestimmungsportalen. Genutzt werden Flora Incognita für Pflanzen, Naturgucker für Tiere und Pflanzen sowie Ornitho für Vögel. Mitmachen ist unkompliziert: Ein Smartphone oder Zugang zu den Portalen und die Artenliste reichen aus. Vorkenntnisse sind nicht nötig, da rund 50 leicht erkennbare Arten ausgewählt wurden, die gut sichtbar oder hörbar und weitgehend eindeutig bestimmbar sind. Unterstützung bietet die Website mit den Artensteckbriefen als Bestimmungshilfe und den verlinkten Apps. Die gesammelten Daten fließen ins Monitoring ein und helfen, die Verbreitung von Arten besser zu erkennen und neue Flächen für den Biotopverbund zu finden.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die gemeldeten Daten bereinigen wir und stellen sie in Karten dar. Orte, an denen sich besonders viele Meldungen häufen, werden wir gezielt auf ihre Eignung für den Biotopverbund prüfen und gegebenenfalls in den Biotopverbund aufnehmen. Zwischenergebnisse und Ergebnisse werden zunächst auf unserer Website veröffentlicht. Des Weiteren wird es eine Aufwand-Nutzen Abschätzung mit Empfehlungen für andere Orte geben. Hier vergleichen wir Citizen Science mit klassischen Methoden der Landschaftsplanung (Luftbildanalyse, Expert*innen- Befragungen, Biotoptypenkartierung) und sprechen Empfehlungen hinsichtlich der Übertragbarkeit aus.

Wozu trägt die Forschung bei?

Im InBa - Vorhaben geht es um die ökologisch Stadterneuerung. Urbane Räume gilt es naturschutzgerecht -im Sinne des Artenschutzes- und gleichzeitig für den Menschen nutzbar zu entwickeln. Deshalb wird die Schaffung eines Biotopverbundes für Trockenlebensräume erprobt und realisiert, um mit den gesammelten Erkenntnissen andere Städte für eine ökologische Stadterneuerung zu motivieren. Die Vernetzung von Biotopen, also Lebensräumen von Pflanzen, Tieren und anderen Organismen, leistet einen essenziellen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Dadurch können zum Beispiel Wanderungen und Wiederbesiedelungen vereinfacht werden und Austausch zwischen Populationen stattfinden, was die Barrierewirkung einer Stadt verringert. Bahntrassen und ihre Begleitflächen, weisen Strukturen auf, die denen der Trockenlebensräume gleichen. Somit ist davon auszugehen, dass bei einer entsprechenden Nutzung oder durch geringe Pflege der Charakter als Trockenlebensraum erhalten bleibt. Restriktive Naturschutzmaßnahmen sind dann nicht erforderlich. Menschliche Nutzung und der Erhalt der Arten können miteinander verschränkt werden.