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mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Guardians of the Hedgehogs

Die Lebensräume der Igel sind zunehmend bedroht. (c)Egor Kamelev/Pexels
Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS widmet sich einem überraschenden Forschungsthema: der Igelgesundheit. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Igelfreunde startet das BIPS das Citizen Science Projekt Guardians of the Hedgehogs. Ganz ohne Bezug zur menschlichen Gesundheit bleibt das Projekt allerdings nicht.

Themen

Projektzeitraum ab

November 2023

Projektende

November 2026

Weitere Informationen

Die Teilnehmenden finden Informationen auf der Website des BIPS, auf der Website unseres Partners "Netzwerk Igelfreunde e.V."

Kontakt

Rasmus Cloes

E-Mail senden

Institution

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Im Projekt „Guardians of the Hedgehogs“ erfassen wir die Igelpopulation in Bremen und untersuchen deren Gesundheitszustand. Dabei verfolgen wir den „One Health“-Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt als untrennbar ansieht. Bürger*innen werden aktiv eingebunden, um Daten zu sammeln, aktuell vor allem zum Gesundheitszustand von Fundigeln. Unsere Forschung wird von Wissenschaftler*innen des BIPS und dem Netzwerk Igelfreunde Bremen geleitet. Ausgangslage ist der bedrohliche Rückgang der Igel aufgrund von Verdrängung, Insektensterben, Verkehr, Mährobotern und Pestiziden. Diese Forschung ist wichtig, um Umwelteinflüsse besser zu verstehen und Maßnahmen zum Schutz der Igel und ihrer Lebensräume zu entwickeln. Die übergeordnete Forschungsfrage lautet: Wie beeinflussen Umweltfaktoren die Gesundheit der Igelpopulation und welche Maßnahmen können zu ihrem Schutz beitragen? Die Einbindung der Bürger*innen stärkt die Datenbasis, das Umweltbewusstsein und die wissenschaftliche Kompetenz in der Bevölkerung.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Im Projekt „Guardians of the Hedgehogs“ nutzen wir Methoden wie Feldbeobachtungen, Datenanalysen und Gesundheitsuntersuchungen von Igeln. Bürger*innen können Informationen zu von ihnen gepflegten Igeln weitergeben oder an der Entwicklung eines standardisierten Pflegeprotokolls mitarbeiten. Dafür sind keine Vorkenntnisse nötig, jedoch ein Smartphone oder Computer zur Dateneingabe und etwas Zeit für die Teilnahme. Wir bieten Schulungen und Online-Trainings an, um die Teilnehmenden vorzubereiten und zu unterstützen. Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen erfolgt durch regelmäßige Updates, Workshops und direkte Kommunikation über eine Online-Plattform. Die Teilnehmenden tragen aktiv zur Datensammlung bei, wodurch sie Einblicke in wissenschaftliche Prozesse erhalten und gleichzeitig das Umweltbewusstsein stärken. Durch die enge Vernetzung von Bürger*innen und Forschenden fördern wir eine effektive und kollaborative Forschungsarbeit.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Das Citizen Science-Projekt „Guardians of the Hedgehogs“ hat zum Ziel, den Gesundheitszustand der Igelpopulation in der Region Bremen zu erfassen und Gesundheitsrisiken zu erkennen. Die gesammelten Daten werden auf einer interaktiven Karte von Bremen und Umgebung visualisiert und über die Website des lokalen Igelnetzwerks zugänglich gemacht. Kranke Igel werden von Auffangstationen versorgt, die gemeinsam mit dem Igelnetzwerk einen standardisierten Dokumentationsbogen entwickeln. Die Datenbank wird am BIPS programmiert. Die Daten können interessierte Bürger*innen auswerten.

Wozu trägt die Forschung bei?

Das Projekt „Guardians of the Hedgehogs“ trägt zum übergeordneten Forschungsbereich der Planetary Health bei, indem es die Gesundheit von Igeln als Indikator für Umweltbedingungen untersucht. Durch die Erfassung des Gesundheitszustands der Igelpopulation gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über ökologische Faktoren wie Insektensterben, Flächenversiegelung und Pestizideinsatz. Diese Daten helfen, die Auswirkungen von Umweltveränderungen und Klimawandel auf die Tierwelt zu verstehen. Wir erwarten, dass die Ergebnisse des Projekts konkrete Maßnahmen zum Schutz der Igel und zur Verbesserung ihrer Lebensräume ermöglichen. Der gesellschaftliche Nutzen unserer Forschung liegt in der Förderung des Umweltbewusstseins, der Stärkung der Bürgerwissenschaft und der Vermittlung des „One Health“-Konzepts. Das Projekt verbessert zudem die Datenkompetenz der Teilnehmenden und stärkt das Vertrauen in wissenschaftliche Prozesse, indem Bürger*innen aktiv in die Forschung eingebunden werden. Langfristig tragen wir so zu einer nachhaltigeren und gesünderen Umwelt bei, was auch positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat.

Was sind die (Zwischen-)Ergebnisse des Projekts?

Seit dem Start von „Guardians of the Hedgehogs" haben uns engagierte Citizen Scientists aus Bremen und dem Bremer Umland Jahr für Jahr wertvolle Daten geliefert. 2024 beteiligten sich 69 Personen an der Befragung – mehr als doppelt so viele wie beim ersten Erhebungsdurchgang 2023. Im Mittelpunkt der bisherigen Befragungen stand die Igelpflege: Insgesamt wurden 2023 und 2024 mindestens 370 Igel in der Region betreut. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Die Spannbreite reichte von einem einzelnen betreuten Tier bis hin zu 55 Igeln pro Person – ein eindrücklicher Beleg dafür, wie unterschiedlich und wie umfangreich das ehrenamtliche Engagement vor Ort ist. Ein besonderer Fokus liegt aktuell auf der Frühjahrserhebung 2025: Wir erfassen, wie viele Igel zum Stichtag 15. April 2025 noch in Pflege waren, welche Erkrankungen und Verletzungen zu einer Aufnahme geführt haben – und ob die Tiere die Winterschlafphase überlebt haben. Von den 344 betreuten Igeln befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch 166 im Winterschlaf oder Halbschlaf. Diese Daten helfen uns, den Pflegebedarf saisonal besser zu verstehen und gezieltere Empfehlungen für Igelhelfer:innen zu entwickeln.