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Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Fryd Lab – Bürgerforschung für klimaresilientes Gärtnern

Fryd Lab (© 2026 Fryd GmbH)
Wie verändert der Klimawandel unsere Gärten? Im Fryd Lab erforschen Hobbygärtner*innen lokale Pflanzzeiten und robuste Sorten. Durch kurze Mikro-Experimente per App entsteht ein offener Datensatz für standortbezogene Tipps. Sei dabei und gärtnere für die Zukunft! 

Ort

Projektzeitraum ab

November 2025

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Marlene Sommer-Ritz

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Institution

Fryd GmbH

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Gemüse ernten (© 2026 Fryd GmbH)
Klimaresilienter Beetplan (© 2026 Fryd GmbH)
Fryd-Gartenplaner (© 2026 Fryd GmbH)
Kartoffelernte (© 2026 Fryd GmbH)
Zucchini-Freude (© 2026 Fryd GmbH)
Gemeinsames Gärtnern (© 2026 Fryd GmbH)
Mulchen (© 2026 Fryd GmbH)
Beetplaner von Fryd (© 2026 Fryd GmbH)

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Durch den Klimawandel verschieben sich Vegetationsphasen, Saatfenster und Erntetermine spürbar. Starre, bundesweite Pflanztabellen passen oft nicht mehr zu den realen Bedingungen vor Ort. Da Privatgärten in Deutschland immerhin rund zwei Prozent der Gesamtfläche ausmachen, schlummert hier ein riesiger, von der klassischen Agrarforschung kaum erfasster Datenschatz. Fryd Lab ist ein digitaler Citizen-Science-Space innerhalb der Fryd-App, der diesen Wissensschatz hebt. Statt unter künstlichen Laborbedingungen forschen wir mitten im echten Leben: Tausende Hobbygärtner*innen dokumentieren ihre alltäglichen Beobachtungen zu Pflanzenwachstum, Ernteerfolgen, Schädlingsdruck und Mikroklimata. Das Projekt wird von der Fryd GmbH betrieben, die im Verantwortungseigentum organisiert ist – das bedeutet: Der Fokus liegt auf ökologischem Nutzen und Gemeinwohl statt auf Gewinnmaximierung. Fryd ist ein digitales Zuhause für den eigenen Gemüsegarten, und das für über 350.000 Gärtnernde, die ihr Wissen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Fryd, dänisch und norwegisch für Freude, ist eine der führenden digitalen Gartenplanungs-Plattformen Europas. Mithilfe einer App wird fundiertes Mischkultur-Wissen mit einer aktiven Community kombiniert, um ökologisches Gärtnern für alle zugänglich zu machen. Die Kombination aus Community, einem smarten Mischkultur-Beetplaner, einem umfangreichen Pflanzenlexikon und jahrelang gesammeltem Wissen, hilft dabei, das volle Potenzial des eigenen Gartens auszuschöpfen. Bemerkenswert ist dabei die Struktur hinter der App: Fryd ist ist im sogenannten Verantwortungseigentum organisiert. Das bedeutet: Fryd ist unverkäuflich und die Kontrolle über das Unternehmen liegt bei den Mitarbeitenden. Statt auf kurzfristige Gewinnmaximierung setzt das Unternehmen konsequent auf langfristigen ökologischen Nutzen und Gemeinwohl.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Das Mitforschen ist komplett kostenlos, barrierefrei und direkt in den gärtnerischen Alltag integriert. Es sind keinerlei botanische oder wissenschaftliche Vorkenntnisse nötig: Einfache Teilnahme per App: Die Bürgerforschung läuft flexibel über den gänzlich kostenfreien Bereich “Pflanzen” und dann „Lab“ in der Fryd-App (iOS & Android). Mikro-Experimente & Quick-Surveys: Teilnehmer*innen wählen ein passendes Experiment oder beantworten kurze, strukturierte Fragen (z. B. zur Keimung, zu phänologischen Phasen, Bodenverhältnissen oder Sortenresistenzen). Minimaler Zeitaufwand: Ein Eintrag dauert meist nur 1 bis 3 Minuten. Jede helfende Hand zählt – vom kleinen Balkon-Experiment bis zum großen Selbstversorger-Garten.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Wir verfolgen einen Open-Data-Ansatz, damit das gesammelte Wissen der gesamten Gesellschaft zugutekommt: Direktes Feedback in der Praxis: Die aggregierten Daten werden zukünftig in Form von anschaulichen Auswertungen (z. B. Ampelsystemen zu Sortenstärken oder regionalen Mustern) direkt in die App zurückfließen. Sie werden auch dazu verwendet, um konkretere Sortenvorschläge für das jeweilige Mikroklima der Nutzer zu erstellen. Wissenschaftliche Kooperation: Gemeinsam mit Forschungspartnern (wie der britischen Organisation Garden Organic und dem EU-Forschungskonsortium Hort2TheFuture) werden die Daten wissenschaftlich ausgewertet und validiert. Freier Zugang (Open Data): Der vollständig anonymisierte Datensatz (strikt DSGVO-konform) wird unter einer offenen Lizenz bereitgestellt. So können auch externe Forschende, Medien und die Community die Daten frei prüfen, visualisieren und weiterverwenden. Eine Weitergabe zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Wozu trägt die Forschung bei?

Das Fryd Lab schließt die Forschungslücke im Bereich des privaten und urbanen Gartenbaus. Es trägt maßgeblich bei zu: Höherer Klimaresilienz: Anpassung der gärtnerischen Praxis an reale, sich verschiebende Klimazonen und extreme Wetterereignisse (wie Hitze, Trockenheit oder Spätfröste). Ressourcenschonung: Vermeidung von Ernteausfällen durch das datenbasierte Identifizieren von Sorten und Kulturen, die mit den neuen klimatischen Bedingungen am besten zurechtkommen. Evidenzbasiertem Wissen: Ablösung veralteter, starrer Gartenweisheiten durch dynamische, wissenschaftlich untermauerte und lokal präzise Empfehlungen.

Was sind die (Zwischen-)Ergebnisse des Projekts?

Das Fryd Lab hat in Kooperation mit Garden Organic die große, länderübergreifende Erhebung „Anbauerfolg 2025“ erfolgreich ausgewertet, deren Ergebnisse aus diesem extremen, von Frühjahrstrockenheit und Sommerhitze geprägten Wetterjahr deutliche Trends aufzeigen. Auf einer breiten Datenbasis von knapp 800 Gärtnerinnen und Gärtnern – rund 500 in Deutschland und über 300 in Großbritannien – wurde die Ernteleistung von zehn gängigen Gemüsekulturen bewertet. In Deutschland entpuppten sich Karotten als klare Klimaverlierer, da die extreme Trockenheit zur Keimzeit im Frühjahr zu 47 Prozent schlechten oder katastrophalen Ernten führte, und auch Tomaten enttäuschten vielerorts mit nur 37 Prozent guten Ergebnissen, weil der Starkregen im Juli die Kraut- und Braunfäule begünstigte. Zu den überraschend robusten Klimagewinnern gehörten hingegen Salat, der dank kurzer Kulturzeiten und gestaffelter Aussaat in 34 Prozent der Fälle gute Ernten erzielte, sowie Kartoffeln, die durch die Nutzung tieferer Bodenschichten ebenfalls zu 34 Prozent gute Ergebnisse einbrachten. Ein direkter Ländervergleich half zudem, lokale Wettereffekte sauber zu isolieren, da beispielsweise Salat in Großbritannien wegen einer hitzebedingt verfrühten Blüte ein Verlierer war, wohingegen Karotten dort deutlich besser abschnitten. Diese Erkenntnisse verdeutlichen insgesamt, dass der Frühling zunehmend zum gärtnerischen Nadelöhr wird, weshalb die Daten nun direkt genutzt werden, um die Algorithmen der Fryd-Pflanzkalender für die kommenden Saisons regional präzise anzupassen.