Schmetterlingsraupen an Brennnesseln entdecken & melden
Weitere Informationen
Direkt zum Meldeformular und den Artporträts bei NABU|naturgucker geht es hier: https://nabu-naturgucker-beobachtungen.de/nabu-nesselraupen
Weitere Informationen finden Sie in einem Webinar zur Aktion, das auf YouTube verfügbar ist: https://www.youtube.com/watch?v=SvA3kr0L9jE
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Theresa Seidel
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NABU
NABU|naturgucker
Häufige Fragen
Worum geht es in diesem Projekt?
Schmetterlinge reagieren sehr empfindlich auf Umweltveränderungen und gelten als Bioindikatoren. Ihr Rückgang weist unter anderem auf Lebensraumverlust, Pestizideinsatz, Klimawandel und Umweltverschmutzung hin. Selbst ehemals häufige Arten nehmen regional ab, was auf einen Rückgang der Biodiversität hinweist. Für über 30 heimische Schmetterlingsarten ist die Brennnessel überlebenswichtig. Ihre Raupen ernähren sich ausschließlich von ihr. Dennoch werden Brennnesseln oft als unliebsames "Unkraut" angesehen und gerne entfernt. Mit der Aktion „Raupen entdecken & melden“ möchten wir für ökologische Zusammenhänge sensibilisieren. Durch das Raupen-Beobachten wird die Abhängigkeit von Tieren und Pflanzen nachvollziehbar und der Wert der Brennnessel für die biologische Vielfalt deutlich. Zudem unterstützt die Meldeaktion ein deutschlandweites Erfassen der verschiedener Raupenarten. So können langfristig Veränderungen der Schmetterlingsbestände und der Biodiversität erkennbar werden.
Wie können Bürger*innen mitforschen?
1. Gezielt an Brennnesseln nach Raupen suchen, z. B. bei einem Spaziergang im Park oder im eigenen Garten. Auf der Projektseite gibt es Tipps, wie man Raupen entdeckt. 2. Raupen fotografieren: Machen Sie möglichst scharfe Fotos der Tiere. 3. Bestimmen Sie die Raupen mithilfe der Informationen auf der Projektseite und den Artporträts im Meldeformular. 4. Melden Sie Ihre Beobachtung über das Online-Meldeformular von NABU|naturgucker und laden Sie Fotos hoch. Dafür ist ein PC oder Smartphone notwendig. Meldungen sind auch ohne Foto möglich. Im Fokus der Aktion stehen die Raupen der folgenden Schmetterlingsarten: Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen, C-Falter und Nesselzünsler. Es ist kein Vorwissen nötig. Wenn Sie sich nicht sicher sind, um welche Raupe es sich handelt, können Sie Ihre Beobachtung unter „Schmetterlinge (alle)” melden.
Was passiert mit den Ergebnissen?
Die Beobachtungen sind im Meldeportal von NABU|naturgucker für jede*n einsehbar: https://nabu-naturgucker.de/meldeportal/ Dort kann nach Raupenarten, Bundesländern, etc. gefiltert werden. Die Anzahl der Meldungen sowie die geografische Verbreitung der verschiedenen Raupenarten werden ausgewertet und grafisch aufbereitet. Ergebnisse und Updates werden auf der Projektseite veröffentlicht und einmalig per E-Mail nach Ende des Projektzeitraums an Teilnehmende verschickt. Die Daten werden außerdem an GBIF (Global Biodiversity Information Facility) weitergeleitet. GBIF ist aktuell das größte Biodiversitätsdatenprojekt der Welt. Die Daten auf GBIF sind frei zugänglich und können für weitere Forschungsprojekte genutzt werden.
Wozu trägt die Forschung bei?
Das Projekt trägt zur Biodiversitätsforschung und zum Verständnis ökologischer Wechselwirkungen bei. Teilnehmende leisten damit einen Beitrag zur Insektenforschung und zur Beobachtung von Bestandsentwicklungen, die auch Hinweise auf Umweltveränderungen wie Lebensraumverlust oder Klimawandel geben können. Die Ergebnisse helfen, Trends frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielter zu entwickeln. Gesellschaftlich stärkt das Projekt Umweltbewusstsein, fördert naturkundliches Wissen und bindet Bürger*innen aktiv in wissenschaftliche Prozesse ein.
Was sind die (Zwischen-)Ergebnisse des Projekts?
Während des Aktionszeitraums vom 8. Juni bis zum 8. Juli 2026 wurden rund 2.700 Raupen und Schmetterlinge der sieben gesuchten Arten gemeldet. Am häufigsten wurden das Tagpfauenauge (ca. 940 Meldungen), der Admiral (ca. 770 Meldungen) und der Kleine Fuchs (ca. 420 Meldungen) beobachtet. Es folgen der C-Falter, das Landkärtchen, der Brennnesselzünsler und der Nesselzünsler. Insgesamt wurden in diesem Jahr etwas weniger Schmetterlings- und Raupenbeobachtungen dokumentiert als 2025. Die Anzahl der beobachteten Schmetterlinge schwankt jährlich und kann unterschiedliche Ursachen haben. So hat beispielsweise das Wetter einen sehr großen Einfluss auf die Sichtbarkeit und Aktivität von Schmetterlingen. Zudem kommt es zu Populationsschwankungen von Jahr zu Jahr, die mit Witterungsbedingungen, Fressfeinden oder Krankheiten zusammenhängen können. Betrachtet man nur die Meldungen von Raupen, so wurde die Raupe des Tagpfauenauges am häufigsten gemeldet. Dies ist ein Trend, der sich seit 2020 jedes Jahr im genannten Zeitraum gezeigt hat. Insgesamt wurden 70 % der Raupenmeldungen mit Fotos ergänzt, was die Auswertung erleichtert. Interessanterweise zeigten die Meldungen ein geografisches Muster: Die Schmetterlinge und Raupen des Tagpfauenauges wurde häufiger im Süden, der Admiral hingegen häufiger im Norden gemeldet. Wenn Sie die Anzahl der Meldungen in Ihrem Bundesland erfahren möchten, schauen Sie sich gerne die detaillierte Auswertung mit weiteren Zahlen auf der Website von NABU|naturgucker an: https://nabu-naturgucker.de/forschung/artenwissen-und-wissen-ueber-arten/auswertungen-von-beobachtungsdaten/aktion-nesselraupen/