Direkt zum Inhalt
mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

"auf Rädern" Jugendliche entwickeln mit digitalen Geomedien Konzepte für den Radverkehr

Jugendliche erforschen mit der senseBox:bike die Fahrradinfrastruktur im eigenen Viertel. Copyright: Wieczorek
Jugendliche erforschen mithilfe der senseBox:bike die lokale Fahrradinfrastruktur. Auf ihren Alltagswegen erheben sie radfahrend Daten zu Überholabständen oder der Radwegebeschaffenheit, die auf einer Open-Data-Plattform kartografisch dargestellt und Kommunen als Planungsgrundlage dienen können.

Themen

Projektzeitraum ab

November 2022

Zur Projektseite

Kontakt

Lisa Wieczorek

E-Mail senden

Institution

Institut für Didaktik der Geographie, Universität Münster

Institut für Geoinformatik, Universität Münster

re:edu

Empfohlener Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich hier alle externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. (Datenschutzerklärung)
Jugendliche bauen die senseBox:bike für die spätere Datenerhebung zusammen. Copyright: Wieczorek
Kartographische Auswertung der erhobenen Daten zum Radverkehr durch die Jugendlichen. Copyright: Wieczorek
Kartierung von Maßnahmenvorschlägen zur Verbesserung der Radinfrastruktur. Copyright: Wieczorek
Diskussion der Projektergebnisse mit lokalpolitischen Akteuren. Copyright: Wieczorek

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Wie bekommen wir die Verkehrswende auf die Kette? Im Projekt werden Jugendliche im Rahmen projektbasierten Arbeitens mit Wissenschaftler*innen und lokalpolitischen Akteur*innen zu Verkehrsforschenden. Im Fokus steht die Untersuchung eigener Alltagswege, die sie fahrradfahrend zurücklegen: Wie sicher sind diese? Und in welchem Zustand sind sie? Ziel ist es, fernab der Hauptstraßen auch die abgelegenen und weniger stark frequentierten Wege der Jugendlichen zu beforschen, ihr Erfahrungswissen sichtbar zu machen und so einen Beitrag für eine sichere, inklusive und nachhaltige städtische Mobilität und Verkehrswende zu leisten. Hierzu erheben sie mit der senseBox:bike Daten, die konkrete Hinweise auf Handlungsbedarfe liefern. So entsteht Wissen aus der Lebenswelt der Jugendlichen, das in kommunale Planungsprozesse einfließen kann. Zugleich erfahren die Jugendlichen, wie sie sich mit ihren Erfahrungen, Expertisen und Ideen in die Gestaltung der Verkehrswende einbringen können.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Mitforschen können Schulgruppen ab Klasse 9 und Jugendliche im außerschulischen Bildungsbereich. Ausgehend von der an vielen Schulen genutzten senseBox:edu bauen und programmieren die Jugendlichen das Messinstrument, die senseBox:bike. Diese kann bei re:edu erworben oder bei uns geliehen werden. Sie entwickeln Fragen zur lokalen Radverkehrslage, erheben und analysieren Daten mit der senseBox:bike sowie mittels Umfragen und leiten Maßnahmen ab. Je nach Vorwissen und Zeit reicht die Beteiligung von der Datenerhebung und Bereitstellung auf einer Open-Data-Plattform bis zur eigenständigen Forschungsarbeit. Eine Projekteinheit umfasst i. d. R. fünf Tage und kann flexibel angepasst werden. Vorwissen ist nicht nötig. Bei Interesse begleiten wir die Projektarbeit. Handreichungen und Workshops unterstützen Lehrkräfte, Studierende sowie bildungs- und zivilgesellschaftliche Akteure bei der selbstständigen Durchführung. Für (Schul-)Workshops oder Ausleihe wenden Sie sich an die Kontaktperson.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die erhobenen Daten können auf einer zugehörigen Open-Data-Plattform eingesehen und so auch Kommunen bereitgestellt werden. Eigene Projektarbeiten der Jugendlichen können mit unserer Unterstützung gebündelt an die Lokalpolitik übermittelt werden. Auf der Projektwebsite werden die Ergebnisse der einzelnen Kampagnen ebenfalls aufbereitet und durch Blogbeiträge der Teilnehmenden ergänzt. So erhalten die Teilnehmenden Rückmeldung, indem ihre Daten und Ergebnisse sichtbar werden und ihre Perspektiven öffentlich Gehör finden. Die Ergebnisse fließen zudem in weitere Forschungsprojekte des Instituts für Geoinformatik zur Analyse und Optimierung der Radverkehrsinfrastruktur ein. Ziel ist es, einen ganzheitlichen Einblick in die Situation von Radfahrenden zu gewinnen und Kommunen dabei zu unterstützen, die Verkehrswende inklusiv und bürgernah zu gestalten. Insbesondere die bislang unterrepräsentierten Perspektiven Jugendlicher sollen so in Forschung und kommunale Planung eingebracht werden.

Wozu trägt die Forschung bei?

Das Projekt ist im Forschungsbereich der nachhaltigen und inklusiven Mobilitäts- und Verkehrsforschung verortet. Die Teilnehmenden tragen dazu bei, Erkenntnisse über die Qualität und Sicherheit der Radverkehrsinfrastruktur sowie die Bedürfnisse verschiedener Nutzer*innengruppen zu gewinnen. Dabei wird insbesondere die Perspektive Jugendlicher sichtbar, die in kommunalen Planungsprozessen bislang häufig unterrepräsentiert ist. Die erhobenen Daten zu Problemstellen im Radverkehrsnetz und die entwickelten Maßnahmenvorschläge liefern Kommunen konkrete Hinweise, um die Radinfrastruktur gezielter an den Bedürfnissen der Nutzer*innen auszurichten und Planungs- und Verbesserungsmaßnahmen zu priorisieren. Über die lokale Ebene hinaus können die Erkenntnisse in weitere Forschungsprojekte zur Radverkehrsinfrastruktur einfließen. Gesellschaftlich leistet das Projekt einen Beitrag zu einer sicheren, attraktiven und inklusiven Radverkehrsinfrastruktur und damit zu einer nachhaltigen Verkehrswende.

Was sind die (Zwischen-)Ergebnisse des Projekts?

Das Projekt startete als Pilotprojekt „Essen auf Rädern“, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Laufzeit 2023–2025). Rund 112 Schüler*innen von sechs Essener Gymnasien beteiligten sich an der Erforschung der lokalen Radinfrastruktur. Die Jugendlichen waren dabei auch in Nebenstraßen unterwegs, zu denen der Stadt bislang kaum Daten zur Qualität der Radinfrastruktur vorlagen. Die erhobenen Daten fließen in die lokale Verkehrsplanung ein und tragen unter anderem zur Anpassung und Erweiterung des Schlaglochmonitorings der Stadt bei. Die zusätzlichen Informationen ermöglichen es der Stadt nun, Problemstellen besser zu erfassen und zu priorisieren, wo Verbesserungsmaßnahmen besonders notwendig sind.