Max-Planck Kinder-Uni Marburg: Schulkinder isolieren Bakterien
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Dr. Virginia Geisel
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Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie
Häufige Fragen
Worum geht es in diesem Projekt?
Bakterien sind wie Mini-Fabriken: sie produzieren eine immense Vielfalt von Naturstoffen. Bei der Max-Planck Kinder-Uni geht es darum, neue Naturstoffe zu finden, zum Beispiel zukünftige Antibiotika oder andere Wirkstoffe. Gleichzeitig wollen wir den Horizont der Kinder erweitern: wir möchten die Relevanz der Bakterien und der Forschung an Mikroorganismen greifbar machen. Bei dem Projekt sammeln Kinder Proben und isolieren selbst Bakterien - vielleicht ist unter den gefundenen Stämmen ein neuer Wirkstoff-Produzent.
Wie können Bürger*innen mitforschen?
Das Angebot richtet sich an Schüler:innen und Schüler, genauer gesagt: ganze Jahrgänge der 5. und 6. Klasse. Der Termin ist in der Regel der vorletzte Freitag vor den hessischen Sommerferien. Jede Gruppe ist ca. 3 Stunden am Max-Planck-Institut. Nach einer Vorlesung sammeln die Schüler:innen Pflanzenproben, isolieren Bakterienstämme – und könnten so neue Antibiotika entdecken. Die Arbeit ist ganz ungefährlich und findet im großen Foyer des Instituts statt. Es besteht die Möglichkeit, sich vor oder nach dem Event den Botanischen Garten in Marburg aufzuhalten. Das genaue Datum findet sich ab Jahresbeginn auf https://www.mpi-marburg.mpg.de/maxplanckkinderuni. Anfragen an: presse@mpi-marburg.mpg.de
Was passiert mit den Ergebnissen?
Die Bakterienkulturen werden in einem Screening auf ihre Naturstoffproduktion hin getestet. Wenn ein interessanter Naturstoff darunter ist, wird das Bakterium in Kultur genommen und es fliesst in weitere Forschungen ein. Aus einer Max-Planck Kinder-Uni in Marburg ist bereits ein interessanter Bakterienstamm hervorgegangen. Die Kinder erhalten jeweils die Fotos ihrer eigenen Kolonien (zwischen dem Besuch der Kinder und dem Sichtbarwerden der Bakterien liegen in der Regel 7-14 Tage.) Sie können dann sehen, wieviele Bakterien gewachsen sind und welche Farben und Formen die Bakterienkolonien haben. Die Ergebnisse werden von den Lehrkräften in der Schule nach dem Besuch noch einmal aufgegriffen.
Wozu trägt die Forschung bei?
Bakterien sind seit jeher die Quelle unserer Antibiotika und Medikamente. Aber im Hinblick auf immer mehr Multiresistenzen gegen bestehende Antibiotika ist es dringend wichtig, neue Naturstoffe zu finden. Am Max-Planck-Institut in Marburg werden die bakteriellen "Mini-Fabriken" erforscht, die diese Wirkstoffe in den Bakterien herstellen und mit Ansätzen der Synthetischen Biologie auch verändert, um bessere oder ganz neue Naturstoffe zu bilden. - Bunte Bakterien sind dabei wichtige Indikatoren auf die Produktion von Pigmenten und damit auch für andere Naturstoffe. Da man sehr viele Bakterien isolieren muss, um Produzenten von neuen Stoffen zu finden, und gleichzeitig diese Bakterien einfach überall vorkommen können, zum Beispiel auf Pflanzen, ist die Zusammenarbeit mit Kindern sehr effektiv: zwei ganze Schul-Jahrgänge isolieren an einem Tag immerhin aus 200 Pflanzenproben möglicherweise wertvolle Bakterienstämme.
Was sind die (Zwischen-)Ergebnisse des Projekts?
Die Kinder lernen am Tag selbst viel über Bakterien - denn leider sind Mikroorganismen trotz ihrer Relevanz kaum im Curriculum der Schulen vorgesehen. Vor allem erfahren sie, wie nützlich Bakterien sind - und dass Forschung an Bakterien uns Menschen hilft. Sie gehen an diesem Tag mit der eigenen Isolierung von Bakterien den ersten Schritt auf der Suche nach neuen Antibiotika.