Umgang mit kolonialen Straßennamen
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Verena Ebert
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Universität Würzburg
Häufige Fragen
Worum geht es in diesem Projekt?
Das Projekt dokumentiert die vielfältigen Formen kollektiver Erinnerung an die Kolonialgeschichte in Vergangenheit und Gegenwart: Die deutsche Kolonialepoche von 1884 bis 1919/20 ging mit Straßenbenennungen in vielen Orten des Deutschen Reichs einher, die auch in der Zwischenkriegszeit und vor allem in der NS-Diktatur fortgesetzt wurden. Dies führte zu überdauernden Zeugnissen kolonialer Erinnerung im öffentlichen Raum. Das Ziel besteht darin, den Umgang mit kolonialen Straßennamen in Vergangenheit und Gegenwart zu dokumentieren, und zwar durch aktive Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit (Citizen Science). Dabei geht es dem Projekt selbst nicht um das „richtige/falsche“ Erinnern an Kolonialismus.
Wie können Bürger*innen mitforschen?
Auf unserer Plattform können koloniale Straßennamen sowie vergangene, gegenwärtige oder zukünftig erwünschte Umgangsformen eingereicht werden. Interesse am Thema und an den öffentlich geführten Diskussionen um den Umgang mit kolonialen Straßennamen reicht aus um mitzuforschen. Der Zeitaufwand für die Erstellung von Beiträgen kann nach eigenem Ermessen gestaltet werden. Besonders anschaulich werden die Beiträge durch unterstützende eigene Fotografien, dies ist jedoch kein Muss.
Was passiert mit den Ergebnissen?
Die Citizen Science-Beiträge werden nach einer Prüfung einzeln auf der Plattform veröffentlicht. Optional kann über die Veröffentlichung der Einreichung durch eine E-Mail informiert werden. Alle eingereichten Namensprozesse und Namensdiskurse werden zudem gesammelt, aufbereitet und zusammen mit Geodaten in einer Datenbank gespeichert. Zu einem späteren Zeitpunkt werden diese veröffentlicht und mithilfe von sprachwissenschaftlichen Methoden analysiert.
Wozu trägt die Forschung bei?
Das Forschungsprojekt trägt zur erinnerungskulturellen Debatte um koloniale Spuren im öffentlichen Raum bei, indem bislang überwiegend lokal geführte Umbenennungsdiskurse und -prozesse kolonialer Straßennamen systematisch zusammengeführt und aufbereitet sowie übergreifende Zusammenhänge und wiederkehrende Argumentationsmuster sichtbar gemacht werden. Dabei sollen städteübergreifende Muster von Namensprozessen und Namensdiskursen herausgearbeitet werden, aus denen auch Rückschlüsse auf künftig zu erwartende Diskurse gezogen werden können. Der gesellschaftliche Nutzen besteht darin, dass Kommunen und städtische Öffentlichkeiten durch die Bereitstellung von fachlich fundierten Entscheidungsgrundlagen unterstützt werden und somit ein informierter, reflektierter Umgang mit dem kolonialen Erbe im öffentlichen Raum gefördert wird.