Direkt zum Inhalt
mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Ein Citizen-Science-Projekt starten: Auswahl der Partnerinnen und Partner, Methoden und Beteiligten

Ein Citizen-Science-Projekt starten: Auswahl der Partnerinnen und Partner, Methoden und Beteiligten

Wer kann ein Citizen-Science-Projekt initiieren? Jede und jeder! Es bedarf nur (mindestens) einer Person mit einer Idee, einem bestimmten Forschungsinteresse und genügend Motivation, um diese Idee voranzubringen. Diese Person oder Personengruppe kann in der Wissenschaft arbeiten oder zivilgesellschaftlich engagiert, ein Individualist oder Teil eines großen Teams sein. Voraus setzung ist, dass die Umsetzung der Idee zur Generierung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse führt.
Bei der Planung eines größeren Projektes sind folgende Überlegungen unerlässlich:

  • Rollenverteilung und Einigung von Verantwortlichkeiten: Wer soll an dem Projekt beteiligt sein und wie? Welche Rolle spielt jeder und wer hat welche Zuständigkeiten? Welche anderen Akteure sollen eingebunden werden?
  • Klare Zielsetzung: Basierend auf der Idee, sollte bereits zu Beginn gemeinsam mit weiteren Beteiligten eine konkrete Zielsetzung formuliert werden. Eine Klarheit über die Ziele hilft auch bei der Evaluierung des Projektes.
  • Art der Beteiligung: Wie viele Personen sollen sich beteiligen können? Wie intensiv? Bedarf es Ausrüstungsgegenstände oder Schulungen für Initiatoren oder Beteiligte?
  • Präzise Fragestellung: intensive Zusammenarbeit bei der Formulierung der Forschungsfrage verhindert, dass überflüssige Daten erhoben werden.
  • Recherche zur rechtlichen Grundlage: rechtliche Bedingungen zu Datenversicherung, Kommunikation und Einbindung von Personen oder Personengruppen sollen mit einem rechtlichen Experten geklärt werden. Wahl der Methoden: Wie werden die Daten am Ende ausgewertet und veröffentlicht?
  • Evaluierung: Welche Zielebenen sollen in welcher Form erreicht werden?

STORY: BeachExplorer, international von Anfang an

Die Idee für ein Wattenmeer-weites Strandfunde-Portal entstand im Winter 2006 bei einem Treffen der Wattenmeer-Bildungszentren. Den beteiligten Naturführern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden fiel beim Erfahrungsaustausche über Walstrandungen und andere naturkundliche Besonderheiten auf, dass es praktisch keinen fachlichen Austausch über die Ländergrenzen hinweg gab. So entstand die Idee, ein trilaterales Internetportal zur Erfassung von Strandfunden zu entwicklen. Die Schutzstation Wattenmeer übernahm die Aufgabe, Fördermittel zu generieren, um das Vorhaben in die Realität umzusetzen.

BeachExplorer

für Kinder geeignet mit App
Flaschenpost aus dem Meer! Bei BeachExplorer kannst du deine Strandfunde melden und so zur Forschung über die Verbreitung von Meeresorganismen beitragen.

Tipp: Methoden

Die Wahl der Methoden ist sehr disziplinspezifisch und hängt von der konkreten Fragestellung ab, genau wie in der Wissenschaft allgemein. So erfordert beispielsweise ein Monitoringprojekt (wie Tagfalter-Monitoring) ein sehr stark standardisiertes Design der Datenerhebung sowie Datenspeicherung, während bei der Ressourcenplanung von digitalen crowd-sourcing Projekten (wie Artigo) eher Algorithmen und Infrastrukturen bedacht werden müssen. Wichtig ist eine sichtbare Beschreibung der Methodenwahl.

Weiterführende Ressourcen