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mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Ampel-Pilot

Der Ampel-Pilot in Aktion (G. Matzke, HS Augsburg)
Fotografiere mit Deinem Smartphone Rot- und Grünphasen von Fußgängerampeln in Deiner Umgebung und hilf damit dabei, die App Ampel-Pilot weiterzuentwickeln, um damit den Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen zu erleichtern.
Ort
Projektzeitraum ab
September 2018
Weitere Informationen

Das Projekt wird gefördert von der RFS Reinhard Frank-Stiftung, der PRO Retina-Stiftung und der Dr. Gabriele Lederle-Stiftung.

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Kontakt

Torsten Straßer

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Institution

Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Universität Tübingen

Fakultät für Informatik, Hochschule Augsburg

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Worum geht es in diesem Projekt?

Nur 10-12 Prozent der Fußgängerüberwege in Deutschland sind mit Ampeln mit akustischen oder taktilen Signalgebern ausgestattet, welche die Rot- und Grünphasen auch für Sehbehinderte erkennbar machen. Aber selbst bei diesen Ampeln können die Signale bei erhöhtem Verkehrsaufkommen und somit lauten Umgebungsgeräuschen nur schwer erfasst werden. Dieser Problematik hat sich eine Arbeitsgruppe des Forschungsinstituts für Augenheilkunde (FIA) am Universitätsklinikum Tübingen in Kooperation mit der Fakultät für Informatik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Augsburg angenommen. Das Ergebnis ist der „Ampel-Pilot“, eine App für Smartphones zur Erkennung von Rot- und Grünphasen an Fußgängerampeln. Während die Erkennung der Ampeln in der Android-Version noch auf klassischer Bildverarbeitung basiert, verwendet die iOS-Version ein künstliches neuronales Netz, das mit Hilfe von mehr als 3.000 Fotos von Fußgängerampeln gelernt hat, Fußgängerampeln und deren Ampelphasen zu erkennen. Im Moment überarbeiten wir gerade die Android-Version, so dass auch diese von der künstlichen Intelligenz profitieren wird. Die Fotos der Fußgängerampeln wurden von Freiwilligen aus ganz Deutschland gesammelt, ohne deren Hilfe dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre. Um die Erkennung weiter zu verbessern und noch zuverlässiger zu machen, sind wir auf die Hilfe von „Citizen Scientists“ angewiesen: Durch Sammeln weiterer Fotos von Fußgängerampeln bei Dämmerung, Nacht oder schwierigen Witterungsbedingungen und von unübersichtlichen Fußgängerübergängen kannst Du das Projekt unterstützen. So leistest du einen wertvollen Beitrag und hilfst mit, blinden und sehbehinderten Menschen den Alltag zu erleichtern und sogar sicherer zu machen. Die bisherigen, durchweg positiven Rezensionen in den App-Stores belegen jetzt schon den großen Anklang, den die App bei den Nutzern findet.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Zur Verbesserung und Weiterentwicklung des Ampel-Piloten freuen wir uns über jede Unterstützung. Die einfachste Form an der Entwicklung teilzunehmen, ist es, mithilfe der App LightsCatcher Bilder von Fußgängerampeln zu sammeln. Für alle, die tiefer in die Entwicklung eintauchen möchten, besteht die Möglichkeit, den Quellcode der App anzusehen und direkt an der Programmierung mitzuarbeiten. Natürlich stehen auch das trainierte künstliche neuronale Netz, das wir verwenden, und die gesammelten annotierten Bilder als Trainingsdaten für eigene Experimente zur Verfügung.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die gesammelten Fotos erlauben uns, die Erkennung der Fußgängerampeln gerade bei Dämmerung, Nacht oder schlechter Witterung durch weiteres Training des künstlichen neuronalen Netzes zu verbessern, und so die Zuverlässigkeit und damit den Nutzen für blinde und sehbehinderte Menschen weiter zu erhöhen. Die App Ampel-Pilot ist kostenlos in den jeweiligen App Stores für iPhone und Android verfügbar. Alle gesammelten Fotos, das trainierte künstlich neuronale Netz und der Quellcode der Apps sind frei verfügbar und können über die Homepage der App (www.ampel-pilot.de) abgerufen werden. Auf der Homepage wird auch kontinuierlich über den Fortschritt des Projekts berichtet.

Wozu trägt die Forschung bei?

Die Forschung trägt zur weiteren Verbesserung der App bei und hilft damit direkt, blinden und sehbehinderten Menschen ihren Alltag zu erleichtern bzw. sicherer zu machen. Die iOS-Version der App wurde bis jetzt mehr als 500-mal installiert und wird im Schnitt 30-mal pro Tag eingesetzt.