Direkt zum Inhalt
mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Die Suche nach den letzten Feldhamstern

Junghamster, Copyright Manfred Sattler
Wo leben die letzten Feldhamster? In einer Reihe aufgestellt überqueren wir den Acker, um nach den typischen Baueingängen des Feldhamsters zu suchen. Für den kommenden Kartier-Zeitraum im Hochsommer suchen wir viele Freiwillige in fünf Projektregionen (Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen).

Themen

Projektzeitraum ab

Juni 2020

Weitere Informationen

Das Schutzprojekt Feldhamsterland wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.

 

Zur Projektseite

Besuchen Sie uns auch auf

Kontakt

Tobias Erik Reiners

E-Mail senden

Institution

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Deutsche Wildtier Stiftung

Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz

Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz

Landschaftspflegeverband Mittelthüringen

Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz

Empfohlener Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich hier alle externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. (Datenschutzerklärung)
T.E. Reiners - Wissenschaftlicher Leiter Senckenberg
Feldhamster, Copyright Manfred Sattler

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Das Projekt Feldhamsterland ist ein im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördertes Verbundprojekt. Ziel ist es, den dramatischen Rückgang des Feldhamsters in fünf Projektregionen (Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen) aufzuhalten und eine langfristige Koexistenz zwischen Feldhamster und Landwirtschaft zu ermöglichen. Die Unterstützung durch die Landwirtschaft ist entscheidend, denn der Nager ist in vielen Gebieten auf die vom Menschen genutzte Agrarlandschaft als Lebensraum angewiesen. Unsere Projektkoordinator*innen setzen in den Regionen die wichtigsten Säulen des Projektes um: eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, eine valide Aufnahme der verbleibenden Bestände mithilfe von Ehrenamtlichen und eine gezielte Umsetzung von Maßnahmen in der Landwirtschaft – damit der Feldhamster auf unseren Feldern eine Zukunft hat.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Um uns bei unseren Kartierungen auf dem Acker zu unterstützen, sind keine Vorkenntnisse notwendig. Gemeinsam suchen wir nach Flächen, auf denen Schutzmaßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, nehmen Sie gern Kontakt mit unseren Ansprechpartner*innen vor Ort (siehe Webseite) auf. Machen Sie mit und lassen Sie uns gemeinsam den Feldhamster retten! Nach einer kurzen Einweisung am vereinbarten Treffpunkt geht es direkt auf das Feld. In einer Reihe aufgestellt überqueren wir den Acker, um nach den typischen Baueingängen des Feldhamsters zu suchen. Je nach Wetterlage sind Gummistiefel oder Sonnenschutz angebracht. Feldhamster sind scheue Tiere und dämmerungsaktiv, so dass man sie eher selten zu Gesicht bekommt. Um dennoch das Vorkommen festzustellen, werden daher einfach deren Baue kartiert. Ab Mitte April wacht der Feldhamster aus seinem Winterschlaf aus – nun finden die ersten Kartierungen statt – bis in den Mai hinein. Die meisten Felder sind zu dieser Zeit noch nicht so hoch bewachsen, so dass die typischen Fallröhren, die der Feldhamster jedes Jahr als erstes gräbt, um ans Tageslicht zu kommen, gut zu sehen sind. Der zweite und etwas längere Kartier-Zeitraum fällt in den Hochsommer hinein. Auf den abgeernteten Feldern wird dann zwischen Ende Juni und Ende August die Suche fortgesetzt.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Im Feldhamsteratlas Deutschland auf unserer Webseite werden alle Daten von den Kartierungen aus den verschiedenen Projektregionen gesammelt. Nur wenn wir wissen, wo der kleine Nager noch vorkommt, können wir mit den Landwirt*innen vor Ort gezielt Schutzmaßnahmen umsetzen und so einen entscheidenden Beitrag zur Rettung des Feldhamsters leisten.

Wozu trägt die Forschung bei?

Mit Hilfe der Daten können die optimalen Standorte für die Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Auf der Website des Projektes wird eine laufend aktualisierte Verbreitungskarte gezeigt. In den Schwerpunkträumen soll durch persönliche Gespräche mit Landwirt*innen die Bereitschaft geweckt werden, Schutzmaßnahmen für die Art umzusetzen. Nur durch eine gute Zusammenarbeit kann dem Feldhamster dauerhaft geholfen werden. Daher werden bei der Maßnahmenumsetzung die individuellen betrieblichen Abläufe berücksichtigt. Darüber hinaus werden vorhandene Agrarumweltmaßnahmen gemeinsam bewertet und Vorschläge für ihre Weiterentwicklung erarbeitet. Damit wird die Akzeptanz für den Feldhamsterschutz auch über den Projektzeitraum hinaus geweckt. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und Exkursionen erkennt auch die Bevölkerung die wichtige Rolle der Landwirtschaft im Feldhamsterschutz. Damit soll die Akzeptanz für Artenhilfsmaßnahmen in der Agrarlandschaft auf allen Seiten gesteigert werden.