Hanse.Quellen.Lesen!
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Unsere bereits vollständigen Transkriptionen.
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Manuela Nitsch
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Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO)
Archiv der Hansestadt Lübeck
Häufige Fragen
Worum geht es in diesem Projekt?
Im Projekt Hanse.Quellen.Lesen! laden wir Interessierte ein sich mit frühneuzeitlichen Handschriften auseinanderzusetzen. Vor allen Dingen die sog. „Hanserezesse“ – Protokolle und Beschlüsse der Versammlungen der Hansestädte – sowie inzwischen auch weitere Quellen aus der Hansezeit werden in gut lesbare, digitale Schrift übertragen („transkribiert“). Dadurch werden die Handschriften durchsuchbar und können leichter ausgewertet werden. Viele dieser Handschriften sind bisher nur schwer zugänglich; das Projekt macht sie Schritt für Schritt für die (Hanse-)Geschichtsforschung und eine interessierte Öffentlichkeit nutzbar.
Wie können Bürger*innen mitforschen?
Wir laden Menschen ein, sich als Citizen Scientist an der Erschließung dieser Quellen zu beteiligen. Die Dokumente werden mit Hilfe der Anwendung „Transkribus“ bearbeitet. Hier können sie vom heimischen Computer aus transkribiert und korrigiert werden. Die Teilnahme ist von überall möglich, alle Projektaktivitäten finden online statt. Alles was man braucht ist Internetzugang, Interesse an historischen Texten und Lust am Entziffern. Vorerfahrung mit alten Handschriften ist von Vorteil, aber kein Muss. Die Texte sind überwiegend in frühneuzeitlicher hochdeutscher Sprache, aber auch in Mittelniederdeutsch verfasst. Sowohl die Transkription, als auch die Korrektur bereits übertragener Texte sind wertvolle Beiträge. Wir stellen Transkriptionsrichtlinien und -hilfen, sowie weitere Hilfsmittel zur Verfügung und unterstützen beim Lernen der historischen Handschriften. In der wöchentlichen Online-Sprechstunde besteht die Möglichkeit zum Austausch und der Klärung von Fragen.
Was passiert mit den Ergebnissen?
Die fertigen Transkriptionen werden nach abschließender Prüfung durch die Historiker:innen der FGHO auf unserer Transkribus-Site veröffentlicht. Hier sind sie für die Öffentlichkeit und Forschung verfügbar und können genutzt werden. Zeitgleich dienen die angefertigten Transkriptionen auch dem KI-Training: An der FGHO werden automatische Handschriftenerkennungsmodelle trainiert. Diese Modelle erleichtern die Erschließung großer Quellenbestände. Auch diese Modelle werden veröffentlich und stehen Forschung, Archiven und Öffentlichkeit zu Verfügung.
Wozu trägt die Forschung bei?
Städtische Tagfahrten waren zentrale Foren der politischen Abstimmung im Hanseraum – hier wurden Entscheidungen getroffen, Konflikte verhandelt und gemeinsame Linien abgestimmt. Bisherige Editionen und Erschließungsprojekte decken diesen Bereich vor allem bis zum frühen 16. Jahrhundert ab. Für die spätere Zeit ist vieles lediglich als schwer zugängliche Handschrift überliefert. Mit Hanse.Quellen.Lesen! tragen wir dazu bei, diese Lücke zu schließen. Die digitalen Transkriptionen schaffen eine neue Grundlage für Forschung zur Hansegeschichte, zu Entscheidungsprozessen, Netzwerken und Konflikten in der Spätzeit des Städtebunds. Gleichzeitig ermöglicht die Entwicklung spezialisierter Handschriftenerkennungsmodelle es Archiven und Forschenden, ähnliche Quellen künftig deutlich schneller zu erschließen - auch über die Hanseforschung hinaus.
Was sind die (Zwischen-)Ergebnisse des Projekts?
Seit Projektbeginn 2020 wurden bereits mehrere tausend Seiten Hanserezesse und weitere Handschriften, wie die Lübecker Seegerichtsakten, transkribiert. Diese umfangreichen Quellen sind bereits online publiziert, weitere Transkriptionen werden laufend nachbearbeitet und zur Veröffentlichung vorbereitet. Auf Basis dieser Transkriptionen konnten bisher einige Handschriftenerkennungsmodelle trainiert werden, die wiederum für die Transkription verschiedenen Quellen genutzt werden können. Für einen breiteren Einsatz sind weitere Transkriptionen als Trainingsmaterial nötig, um die Modelle weiter zu verbessern.