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mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

MikroSafari

Myrmica-Ameisen beim melken von Aphidoidea (Blattläusen) neben einer Lasius-Ameise by Julie Sheard
MikroSafari ist ein Citizen Science Projekt in dem Wissenschaftler*innen in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Schulen in Berlin, Halle und Leipzig neue Erkenntnisse über die Artenzusammensetzung von Insekten, inklusiv anderer Kleintiere, den Klimawandel und die Verstädterung gewinnen.
Themen
Projektzeitraum ab
Mai 2022
Kontakt

Julie Sheard

E-Mail senden
Institution

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Carlsberg Foundation

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Dr. Julie Sheard bei der Vorführung der Fallen
Schüler bei dem Ameisenpicknick
Darstellung des Aufbaus der Untergrundfallen mit Klimalogger
Worum geht es in diesem Projekt?

Wir möchten mehr über Insekten, Kleintiere und Klimawandel in Städten erfahren. Dazu erforschen wir gemeinsam mit Schüler*innen der 6. und 7. Klassen das Vorkommen und die Verteilung verschiedener Arten im städtischen Raum in drei Städten Berlin, Halle und Leipzig. Die teilnehmenden Schulen liegen in jeder Stadt entlang einer Strecke vom Stadtzentrum bis zum Stadtrand. Da Städte eine höhere Durchschnittstemperatur besitzen als ihre ländliche Umgebung, man spricht vom sogenannten ‚städtischen Wärmeinseleffekt‘ (Urban Heat Island Effect, UHI), ermöglichen die Arbeiten der MikroSafari eventuelle Rückschlüsse auf den Zusammenhang von Temperatur, Artenzusammensetzung sowie Urbanisierung.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Das Experiment besteht aus zwei Teilen. 1) Ameisenpicknick: Hier werden Ameisen mit Ködern auf kleinen Pappscheiben angelockt, beobachtet und eingefangen, um zu verstehen, welche Ameisengemeinschaften es gibt und wie Ameisen unter verschiedenen Umweltbedingungen nach Nahrung suchen. 2) Bodenfallen: Hier werden mit Fangflüssigkeit gefüllte Becher in den Boden vergraben und somit verschiedenste Kleintiere über zwei Tage gefangen. Damit soll die Zusammensetzung von Kleintiergemeinschaften über einen Urbanisierungs- und Klimagradienten hinweg kartiert werden, um zu verstehen, wie die Artengemeinschaften durch Umweltveränderungen beeinflusst werden. ZUSATZ) Klimamessungen: Mit einem einfachen Klimalogger werden automatisch Boden- und Luft - Temperatur und Feuchte gemessen. Fast alle dazugehörigen Bestandteile, werden von den Wissenschaftler*innen an die teilnehmenden Schulen geschickt. Es werden nur wenige eigene Gegenstände verlangt: Fünf Gläser/Becher, Messbecher, Löffel, Apfelstückchen und eine kleine Schaufel (In der Anleitung nachzulesen). Das Experiment wird einmal in der Schule und anschließend von Schüler*innen zu Hause durchgeführt. Es gibt jeweils eine Vor- und eine Nachbesprechung, die von den Wissenschaftler*innen begleitet wird, sodass keine Fragen offenbleiben sollten. während des Experiments, werden von den Teilnehmer*innen die Datenblätter ausgefüllt (Temperatur, Uhrzeit etc.), die zusammen mit den Materialien mitgeschickt werden. Jedes Datenblatt hat einen eigenen Wiedererkennungscode, damit die Informationen auch anonym zugeordnet werden können. Sofern möglich, sollen diese Daten auch im Anschluss des Experiments online auf der Website eingetragen werden. Dieser Schritt ist aber nicht zwingend notwendig Bei Interesse können sich Lehrer*innen mit einer E-Mail an mikrosafari@idiv.de bei Dr. Julie Sheard anmelden. Alles weitere wird dann direkt geklärt.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Nach dem Experiment, werden die Datenblätter mit den benutzten Materialien und den gesammelten Insekten wieder an die Wissenschaftler*innen geschickt. Die von den Schulen erhobenen Daten können auf der Website von allen eingesehen und verglichen werden. Auch hier bleiben die Teilnehmer*innen anonym. Die Auswertungen der Wissenschaftler*innen werden ebenfalls direkt geteilt. Zudem können die teilnehmenden Schüler*innen Fragen an Expert*innen stellen. All die gesammelten Daten werden in Laboren auf verschiedenste Weise analysiert. Es werden Standortfaktoren wie Temperatur oder Uhrzeit verglichen und evtl. sogar genetische Analysen durchgeführt. Am Ende soll ein genaues Bild entstehen, das uns verrät, ob es innerhalb der warmen Städte andere und weniger Arten gibt als auf dem kühleren Land. Dies könnte uns helfen den Klimawandel besser zu verstehen.

Wozu trägt die Forschung bei?

Mehr als die Hälfte aller Menschen lebt in Städten und bis zum Jahr 2030 sollen sich, verglichen zum Jahr 2000, die Stadtflächen um den dreifachen Faktor vergrößern. Viele Stadtbewohner*innen haben durch den urbanen Hitzeinsel-Effekt (urban heat-island effect) besonders unter dem Klimawandel zu leiden. Doch leiden auch die kleinen Bewohner wie Ameisen, Schnecken, Spinnen und andere Kleintiere, die durch Kompostierung, Bestäubung und vielen weiteren Aufgaben unser gesamtes Ökosystem intakt halten? Je näher man sich dem Stadtzentrum nähert, desto höher ist die Durchschnittstemperatur, manchmal bis zu 10°Celsius in heißen Sommernächten. Wir wollen herausfinden ob sich die Diversität der Bodentiere bei steigender Durchschnittstemperatur sowie steigender Urbanisierung verändert und nutzen die Stadt als eine Art Simulation des Klimawandels. Wir erkennen auf diese Wiese welche Arten tolerant gegenüber einer erhöhten Durchschnittstemperatur sind und welche Arten verschwinden werden.