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Open Urban Climate Observatory Berlin

Die Daten vom MESSI sind live in einer Web-App zu verfolgen (Bildquelle: J. Ulrich, CC BY-ND)
Wie wirken sich Grünflächen die Lufttemperatur innerhalb der Stadt aus? Welche räumlichen Unterschiede gibt es bei Starkregen? Diese und andere Fragen zum Stadtklima wollen wir mit von Bürger*innen betreuten Wetterstationen untersuchen. Die Wetterdaten können live in einer Web-App verfolgt werden.

Projektzeitraum ab

Januar 2022

Projektende

Dezember 2023

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Kontakt

Daniela Schoster

E-Mail senden

Institution

Technische Universität Berlin

Freie Universität Berlin

Berlin University Alliance

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Gemeinsam mit den (Klein-)Gärtner*innen aus Berlin und Umgebung möchten wir das Stadtklima untersuchen. Die verschiedene Bebauung und Bepflanzung, die es innerhalb des Stadtgebiets gibt, beeinflussen die meteorologischen Größen wie zum Beispiel die Lufttemperatur unterschiedlich stark. Mittels des vorhandenen Stadtmessnetzes können diese Unterschiede in der Regel nicht erfasst werden, da die Entfernungen zwischen den Stationen zu groß sind. Das Projekt Open Urban Climate Observatory Berlin (OpenUCO) hat das Ziel, ein offenes meteorologisches Messnetz mit Unterstützung von (Klein-)Gärtner:innen aufzubauen. Die Teilnehmer*innen betreuen eine Wetterstation und können ihre eigenen Messungen direkt in einer Web-Applikation einsehen: https://messi.openuco.berlin. In Kombination mit den Messungen des vorhandenen Stadtmessnetzes und des im Frühjahr 2022 installierten hochauflösenden Niederschlagsradars für Berlin bieten diese Messungen eine neue Datenbasis um das Stadtklima zu untersuchen und für die Stadtgesellschaft relevante Fragen zu beantworten.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Das Mitwirken der Bürger*innen ist gleich mehrfach gefragt. Mit gestellten Wetterstationen werden im eigenen Garten in Berlin und Umgebung die Niederschlagsmenge, Lufttemperatur, Luftdruck, Beleuchtungsstärke und auch die Luftfeuchte gemessen. Die Teilnehmenden übernehmen die regelmäßige Wartung und Reinigung der Messgeräte. In der Regel muss Laub o.ä. aus dem Niederschlagsmesser entfernt werden und nimmt meist nur wenige Minuten ein bis zwei Mal im Monat in Anspruch. Außerdem werden gemeinsam Probleme erkannt und daraus Forschungsfragen hergeleitet. Wir von der TU Berlin und der FU Berlin stellen die Technik zur Verfügung. Über einen Newsletter berichten wir über aktuelle Geschehnisse des Projektes sowie interessante Wetterereignisse. Durch die Beteiligung an Workshops wird den Bürger*innen die Möglichkeit gegeben ihre Ideen im laufenden Projekt einzubringen, aber unabhängig davon freuen wir uns über Ideen. Über die Web-App sind aktuelle sowie vergangene Wetterdaten der eigenen Station wie Temperatur oder Relativer Luftfeuchte abrufbar. Zudem werden auch die Werte von anderen Stationen im Hintergrund angezeigt, so ist eine zeitliche und räumliche Variabilität der Stationen ersichtlich ohne den Standort der anderen Wetterstationen zu veröffentlichen. Im Frühjahr 2023 werden wir neue Wetterstationen ausgeben, welche vorrangig in Kleingärten in Berlin aufgestellt werden und zunächst bis voraussichtlich Oktober 2023 messen sollen. Bei Interesse an einer Station senden Sie uns eine Mail an info@openuco.berlin. Aktuelle Workshop-Termine finden Sie auf unserer Internetseite: www.openuco.berlin. 

Was passiert mit den Ergebnissen?

Unser Ziel ist es, ein offenes meteorologisches Messnetz aufzubauen. Die eigenen Daten werden zeitnah übertragen und sind live über eine Web-App einsehbar. Die erhobenen Messdaten sind somit für die Teilnehmenden zugänglich. Die Daten werden qualitätsgeprüft und stehen danach öffentlich zur freien Verfügung. Zudem werden die Daten zur Erstellung von frei verfügbaren Temperatur- und Niederschlagskarten für Berlin verwendet. In Workshops werden wir gemeinsam für die Stadtgesellschaft relevante Forschungsfragen entwickeln und anhand der erhobenen Daten untersuchen. Über den aktuellen Stand informieren wir auf unserer Webseite www.openuco.berlin.

Wozu trägt die Forschung bei?

Die Beschaffenheit städtischer Strukturen und die Vermischung von Bebauung und Bepflanzung führen zu ausgeprägten Unterschieden im städtischen Klima. Diese räumliche Heterogenität ist eine Herausforderung für die Stadtklimaforschung. Das dichte Netzwerk von Messstationen, welche mit hoher Zeitauflösung die atmosphärischen Größen erfassen, trägt dazu bei, unerwünschte Auswirkungen der Urbanisierung auf die Lebensqualität zu verstehen und das Bewusstsein für diese zu stärken. Mit dem Projekt wollen wir außerdem das Interesse der Bürger*innen am Forschungsprozess stärken und das Wetterverständnis verbessern.