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Vogelfunde unter Stromleitungen melden

Höckerschwan unter einer Freileitung, Foto: NABU/Manfred Delpho (www.delpho.de)
Deutschlandweit verenden jedes Jahr Millionen Vögel durch Stromschläge und Kollisionen an Stromleitungen. Das ‚Portal Vogelfund und Stromleitung’ ist eine bundesweite Initiative für einen besseren Vogelschutz im Stromnetz. Vogelopfer unter Leitungen können von jedem gemeldet werden. Die erfassten Informationen werden beim NABU systematisch ausgewertet.

Projektzeitraum ab

Oktober 2017

Weitere Informationen

Die Renewables Grid Initiative (RGI) ist ein europaweiter Zusammenschluss von Übertragungsnetzbetreibern und Umweltverbänden wie dem NABU. Das gemeinsame Ziel ist ein für die Energiewende notwendiger Netzausbau im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes. Die RGI ist eine NGO unter deutschem Recht und übernimmt in diesem Projekt die Koordination zwischen den Partnern.

Kontakt

Eric Neuling

E-Mail senden

Institution

NABU-Bundesverband

Renewables Grid Initiative (RGI)

Häufige Fragen

Worum geht es in diesem Projekt?

Jedes Jahr sterben viele Vögel an Strommasten und Freileitungen, allein an Hoch- und Höchstspannungen bis zu 2,8 Millionen. Im Oktober 2017 haben daher der NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) mit dem ‚Portal Vogelfund und Stromleitung’ eine Initiative für einen besseren Vogelschutz im Stromnetz lanciert. Damit werden zum ersten Mal bundesweit systematisch Daten darüber erfasst, wo an Stromleitungen Gefahren für Vögel bestehen. Engagierte Bürger*innen, aktive Naturschützer*innen und Mitarbeitende der Energieunternehmen sind eingeladen, das Projekt zu unterstützen, indem sie etwaige Funde von Vögeln in der Nähe von Freileitungen an den NABU melden. Das Portal wurde gemeinsam mit Netzbetreibern ins Leben gerufen, um Daten über Vogelfunde in Verbindung mit Stromleitungen zu sammeln. Dadurch wird die Informationsgrundlage für notwendige Vogelschutzmaßnahmen und wissenschaftliche Auswertungen erhöht und die Planung neuer Leitungen auf eine breitere Datenbasis gestellt.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

Wer einen verunglückten Vogel findet, sollte den Fund so schnell wie möglich melden. Je konkreter die Informationen über den Fund sind (Vogelart/Vogelgrupe, Fundort und -zeit, Verletzungen, Stromleitung/andere Infrastruktur als Todesursache), desto nützlicher sind sie. Möglich ist dies über den ausführlichen Meldebogen auf unserer Projektwebsite oder telefonisch unter +49 (0) 30-284984-5500. Ein fachkundiger Mitarbeiter des NABU nimmt die Meldungen auf und pflegt eine detaillierte Datenbank. Die korrekte Bestimmung einer Vogelart ist nicht immer leicht. Es können auch Fotos von dem Fund, der Situation vor Ort oder auch Details hochgeladen werden. Opfer von Leitungskollisionen weisen andere Verletzungen auf als Stromschlagopfer, die auch gemeldet werden sollen. Mehr Informationen gibt es im unten herunterladbaren Projektleitfaden.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Alle Meldungen gehen in eine Datenbank ein. Die auführlichen Meldedaten werden von einem Ornithologen mit Kenntnis zu diesen speziellen Gefährdungsursachen aufgrund der Beschreibung und eventueller Bildbelege auf Plausibilität geprüft. Die georeferenzierten und vom NABU anonymisierten Fundinformationen werden von den Netzbetreibern mit dem Bestandsnetz abgeglichen. Die Funde werden dann auf einer Karte, die räumliche Informationen zum Stromnetz und zu Vorkommensschwerpunkten kollisionsgefährdeter Vogelarten enthält, online veröffentlicht. Im Fall von notwendigen Zusatzinformationen erhält die meldende Person direktes Feedback.

Wozu trägt die Forschung bei?

Die über die Meldungen gewonnenen Erkenntnisse helfen dem NABU dabei, gemeinsam mit den beteiligten Netzbetreibern Leitungsabschnitte zu identifizieren, wo geeignete Schutz­maßnahmen durchgeführt werden sollten. Wichtige Faktoren sind dabei auch die Seltenheit der Vogelart und die Schutzwürdigkeit des Gebiets. Der wiederholte Fund toter Vögel im gleichen Areal gibt wesentliche Hinweise darauf, dass dort verstärkt nach Lösungen zum besseren Schutz der Tiere gesucht werden muss. Häufigste Maßnahme zum Schutz der Vögel gegen Kollisionen ist die Anbringung von kontrastierenden oder beweglichen Vogelschutzmarkierungen an kritischen Leitungsabschnitten. Mittelspannungsmasten bekommen Abdeckhauben über den Isolatoren oder diese werden durch vogelsichere ausgetauscht. Bei der Neuplanung von Trassen werden darüber hinaus sensible Vogelvorkommen möglichst frühzeitig berücksichtigt und dann neue Trassen gesucht, niedrigere Masten oder Erdkabel eingesetzt. Aus der Datenauswertung erwachsen auch Erkenntnisse zu anderen wichtigen Gefährdungsursachen, wie Windkraftanlagen, Verkehr oder Gebäuden.