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mit:forschen!

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Digitale Mittagspause

restaurant

In unserem Online-Format digitale Mittagspause mit mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen möchten wir mit euch zu unterschiedlichen Themen rund um Citizen Science ins Gespräch kommen, Wissen teilen und Erfahrungen untereinander austauschen. Mit der digitalen Mittagspause laden wir euch in regelmäßigen Abständen zu einer einstündigen, lockeren Veranstaltung ein, die mit einem kurzen Impulsvortrag startet und viel Raum für Fragen, Diskussion und Austausch lässt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Citizen-Science-Projektverantwortlichen und -Multiplikator*innen und ist offen für alle, die Interesse an Citizen Science haben. Wir freuen uns auf euch!

Ihr habt ein Citizen-Science-Thema, über das ihr gerne in einer digitalen Mittagspause diskutieren würdet? Wir freuen uns jederzeit über Vorschläge aus der Community. Eure Vorschläge könnt ihr gerne an info[at]mitforschen.org schicken.

Zweimal im Jahr bieten wir mit „Projekte am Freitag“ drei Mitgliedern der Community die Gelegenheit, ihre Projekte einem breiteren Publikum vorzustellen und wertvolles Feedback von anderen Teilnehmenden zu erhalten. Wenn ihr euer eigenes Projekt bei „Projekte am Freitag” vorstellen möchtet, könnt ihr gerne eine E-Mail an info[at]mitforschen.org senden.  

 

Kommende Termine

Ko-Kreative Forschung in Aktion: Citizen Sensing und interdisziplinäre Zusammenarbeit beim Stadtnaturfestival „Asphaltsprenger“
21. Juni 2024 | 12-13 Uhr | via Zoom 

Referentinnen: 
Dr. Claudia Mendes & Ursula Caser (Co-Creation & Engagement Center, Universität Hamburg; Kontakt: ko-kreativ@uni-hamburg.de)

Die Universität Hamburg ist Kooperationspartnerin des Forum Citizen Science 2024. In der digitalen Mittagspause am 21. Juni stellt das Co-Creation & Engagement Center der TransferAgentur der Uni Hamburg sich und seine Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft exemplarisch anhand eines seiner Projekte vor: 
Im Mai lud das Center zusammen mit der Abteilung Chemietransportmodellierung des Helmholtz-Zentrum Hereon (Kontakt: hcdc@hereon.de) Besucher*innen des Asphaltsprenger-Festivals ein, sich spielerisch mit Messung, Monitoring und Vorhersage von Luftqualität in der Stadt auseinanderzusetzen und Citizen-Sensing-Praktiken zu erproben und hinterfragen. An einem Mitmachstand konnten Besucher*innen mit Mini-Sensoren selbstständig Feinstaubmessungen auf dem Festivalgelände durchführen, Ergebnisse mit Blick auf die digitale Plattform zur Luftqualitätsvorhersage des Hereon diskutieren und dabei reflektieren, wie und wozu Anwohner*innen selbst Umweltdaten erheben können oder wollen.


Themen der vergangenen Mittagspausen

Exzellent geforscht: ausgezeichnetes Wissen der Vielen

Erstmals wurden im Jahr 2023 drei herausragende Publikationen mit dem Wissen der Vielen – Forschungspreis für Citizen Science prämiert. Der Preis soll die Anerkennung des Citizen-Science-Ansatzes im Wissenschaftssystem steigern und die Bedeutung von partizipativer Forschung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft stärken. In der digitalen Mittagspause am 12. Juni 2024 gaben zwei der Preisträger*innen, Christopher Kyba und Anna Natalie Meyer, Einblicke in ihre Arbeit zu weltweiter Lichtverschmutzung und die Herkunft von Plastikmüll in der Arktis.

Projekte am Freitag: Frauen* im Fokus, GardenUp & Nürnberg forscht

Am 26. April 2024 fand die dritte Ausgabe unserer Reihe „Projekte am Freitag" statt. Roman Kuhn von Frauen* im Fokus berichtete, wie durch die Zusammenarbeit mit Bürger*innen bisher wenig beachtete Werke von Frauen transkribiert, erschlossen und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. David Weinrich und Luisa Pizzine stellten die App GardenUp vor, mit der Bürger*innen die ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit von Gärten messen und so aktiv zum Umweltschutz und zur Förderung der Biodiversität beitragen. Derya Yildirim berichtete von Nürnberg forscht, einem Projekt, das Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einlädt, Fragen zur Integration und Vielfalt in der Stadt zu untersuchen. 

Patient Engagement: Gemeinsam mit Patient*innen forschen

In der digitalen Mittagspause am 15. März 2024 gab Dr. Sarah Weschke Einblicke in die aktive Beteiligung von Patient*innen an der Gesundheitsforschung. Als Leiterin des Projektteams Patient & Stakeholder Engagement (PSE) unterstützt sie Forschende dabei, Beteiligungsaktivitäten in ihren Projekten zu planen und umzusetzen, und hat (gemeinsam mit Antje Schütt und Eva Müller-Fries) die Publikation „Aktive Beteiligung von Patientinnen und Patienten in der Gesundheitsforschung" verfasst. Sie erklärte, wie der Forschungsprozess gemeinsam mit Patient*innen, Stakeholdern und anderen relevanten Akteur*innen gestaltet werden kann, wie das Konzept des Patient Engagements den Forschungsprozess transformiert und was Forschende dabei besonders zu beachten haben.

Citizen Science mit Schulen - wie kann das funktionieren?

Am 23. Februar 2024 fand die digitale Mittagspause zum Thema "Citizen Science mit Schulen" statt. Die Referent*innen, Tim Kiessling und Victoria Miczajka, präsentierten Erkenntnisse und Tipps der AG Citizen Science in Schulen für eine erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Schüler*innen und Lehrer*innen. Diskutiert wurden der Mehrwert von Citizen-Science-Projekten, die Gestaltung von passendem Bildungsmaterial und Partizipation jenseits des reinen Datensammelns. Auch die Unterstützung, die Lehrer*innen bei der Integration wissenschaftlicher Projekte in den Unterricht benötigen, sowie die Herausforderungen bei der Verwertung der Forschungsergebnisse der Schüler*innen wurden anhand des Leitfaden „Citizen Science mit Schulen – Ein Leitfaden mit 10 Empfehlungen für Projektinitiator*innen” diskutiert.

Projekte am Freitag: CS:iDrop, Altersinnovationen & ParKli

Am 15. Dezember fand die zweite Runde unserer "Projekte am Freitag"-Reihe statt. Valerie Knapp präsentierte das Projekt CS:iDrop, in dem gemeinsam mit Bürger*innen, Wissenschaftler*innen und kommunalen Partner*innen das Trinkwasser "auf dem letzten Meter" analysiert wird. Altersinnovationen, vorgestellt von Vanessa Lau, erforscht den Strukturwandel in der Lausitz. Das Projekt integriert ältere Menschen aus der Region, um mit ihren Ideen, Kenntnissen und Erfahrungen zum erfolgreichen Verlauf der Transformation beizutragen. Annette Kunz-Engesser und ihre Kolleg*innen von ParKli untersuchen durch Citizen-Science-Aktivitäten die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und beschäftigen sich damit, welche Anwendungen sich zur Früherkennung eignen und wie gemeinsam Frühwarnsysteme sowie Innovationen zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt werden können.

Citizen Scientists finden mit Corporate Volunteering?

Am 24. November 2023 hatten wir Rebecca Brumma (vostel.de) und Tillmann Iwersen (purpozed) zu einem Gespräch zum Thema Corporate Volunteering und Citizen Science in die digitale Mittagspause eingeladen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Citizen-Science-Projekte mithilfe von (Corporate-) Volunteering-Plattformen Freiwillige finden und in ihre Projekte einbinden können. Wir erhielten dabei Einblick in die unterschiedlichen Ansätze beider Plattformen, tauschten Beispiele für erfolgreiche Projekte aus und diskutierten Möglichkeiten für Engagements im eigenen Unternehmen.

Sinnvolles Messen: Sensoren und Monitoring in Citizen Science

In unserer digitalen Mittagspause am 29. September hat sich Dr. Thomas Bartoschek (Uni Münster / senseBox) dem Thema Monitoring und Sensoren sowie deren Anwendung in Citizen-Science-Projekten gewidmet. Dr. Bartoschek präsentierte die senseBox, eine DIY-Umweltmessstation, mit der gesammelte Daten auf der openSenseMap online geteilt werden können. Dabei erklärte er, wie Sensoren wie die senseBox in Projekten aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen von Citizen Scientists genutzt werden können, um Informationen zu sammeln, zu veröffentlichen und zu visualisieren.

Attraktiv, divers, wirkungsvoll?

In der digitalen Mittagspause am 23. Juni wurden die Zwischenergebnisse der Evaluation der Bürgerforschungsaktivitäten des Bundes-ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von Tobias Dudenbostel (Technopolis) präsentiert. Seit Ende 2020 wurden diese Förderungs-aktivitäten von Technopolis und dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NAWIK) im Auftrag des BMBF evaluiert. Zur Halbzeit des Projekts wurde ein erstes Zwischenfazit basierend auf den bisherigen Projektarbeiten präsentiert. Im Fokus standen dabei die Erfahrungen der abgeschlossenen Projekte aus der ersten Förderrichtlinie sowie der laufenden Projekte aus der zweiten Förderrichtlinie, zudem wurde ein internationaler Ausblick gegeben.

„Spurensuche Gartenschläfer" - Citizen Science evaluieren

In der digitalen Mittagspause am 26. Mai 2023 stand die Evaluierung der Meldestelle „Spurensuche Gartenschläfer" im Fokus. Das Citizen-Science-Projekt wurde vom BUND, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ins Leben gerufen, um das Überleben des Gartenschläfers in Deutschland zu sichern und die Biodiversität zu erhalten. Dr. Nicola Moczek (PSY:PLAN) und Andrea Andersen (BUND) stellten die Ergebnisse der Evaluierung vor und zeigten auf, welche Effekte das Mitforschen im Projekt auf den Wissenszuwachs und die erlebte Selbstwirksamkeit hatte. 

Projekte am Freitag: KlimaFood, Natur der Dinge & OUCO Berlin

Am 28. April 2023 war es soweit: Bürger schaffen Wissen startete die neue Veranstaltungsreihe "Projekte am Freitag" im Rahmen der digitalen Mittagspause. Hierbei präsentierten sich drei Citizen-Science-Projekte der Community. Das Projekt KlimaFood (präsentiert von Lisa Rück) setzt sich für gesunde und klimafreundliche Ernährung in benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein. Mira Witte berichtete von Natur der Dinge, einem partizipativen Sammlungsexperiment, das anhand persönlicher Gegenstände den Einfluss des Menschen auf die Natur im Anthropozän zeigt. Zum Abschluss präsentierte Daniela Schoster das Projekt Open Urban Climate Observatory Berlin, in dem mit Hilfe von von Bürger*innen betreuten Wetterstationen gemessen wird, wie Grünflächen und Starkregen das Stadtklima beeinflussen. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, sich direkt mit den Projektkoordinator*innen auszutauschen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Zukunftsideen: Ein Citizen-Science-Zentrum für Natur, Nachhaltigkeit, Digitalisierung

Aktuellen Herausforderungen begegnen - das ist das Ziel der Machbarkeitsstudie für ein Citizen-Science-Zentrum für Natur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung am Museum für Naturkunde in Berlin. In der digitalen Mittagspause am 24. März 2023 sprach Sophie Ewert über das Ziel des Zentrums, aktuellen Herausforderungen zu begegnen und Citizen-Science-Projekte besser auf die Anforderungen im „Zeitalter der Daten“ vorzubereiten. Zivilgesellschaft und Wissenschaft verfügen über ein enormes Fachwissen, jedoch fehlt häufig das nötige Know-How oder die Vernetzung mit Expert*innen aus anderen Bereichen, zum Beispiel der künstlichen Intelligenz. Ewert erläuterte den ko-kreativen Prozess, bei dem Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft einbezogen wurden, um Impulse für eine nachhaltige Zukunft setzen.

Gemeinsam forschen: Citizen Science auf die Plätze bringen!

Sprache checken in der Neckarstadt-West, Geschichten vom Stadtrand aus dem Hamburger Süden und Baukultur und klimagerechte Architektur in Dresden erforschen: Darum geht es in den Projekten der aktuellen Preisträger*innen des Wettbewerbs Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt, die im Oktober 2022 ausgezeichnet wurden. Wo stehen die Projekte momentan? Wie haben sie ihr lokales Thema in ein Citizen-Science-Vorhaben umgesetzt? Wie verläuft die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartner*innen? Und welche schönen Momente, aber auch Herausforderungen, gab es bisher? In der digitalen Mittagspause am 24. Februar 2023 haben Christine Möhrs (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache), Robert Hecht (Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden) und Stephan Kaiser (Kulturhaus Süderelbe e.V.) über ihre Erfahrungen gesprochen. 

Forschungspolitik mitgestalten: Learnings aus dem IdeenLauf

Im Wissenschaftsjahr 2022 - Nachgefragt! steht der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft im Fokus. Bei der Mitmachaktion IdeenLauf waren Bürger*innen daher eingeladen, ihre Fragen für die Wissenschaft einzusenden, um so Forschung und Forschungspolitik mitzugestalten. Mehr als 14.000 Fragen wurden eingereicht und anschließend von den drei Gremien des IdeenLaufs - Jury, Science Panel und Citizen Panel - thematisch gebündelt und weiter bearbeitet. Im Lauf des Jahres entstand so ein Ergebnispapier mit neuen Ideen und Impulsen für Wissenschaft und Politik. In der digitalen Mittagspause am 25. November haben wir mit Martin Gora, dem Projektleiter des IdeenLaufs bei Wissenschaft im Dialog, über Highlights, Herausforderungen und Learnings des partizipativen Prozesses diskutiert. 

Blogbeitrag: Interview mit Martin Gora - Ein Rückblick auf den IdeenLauf

Citizen Science im Monitoring von Wasserqualität

Gute Wasserqualität ist zentral für Gesellschaft und Natur. Jedoch wissen wir – global gesehen – über den qualitativen Zustand unsere Flüsse, Seen und Grundwasserressourcen recht wenig. Kann Citizen Science hier helfen? In der digitalen Mittagspause am 4. November 2022 stellte Dr. Sabrina Kirschke vom Museum für Naturkunde (MfN) Berlin eine global angelegte, vergleichende Analyse aus ihrer Zeit an der United Nations University (UNU-FLORES) vor. Ihre Studie gab aufschlussreiche Einblicke in das Design der Projekte und explorierte dahingehende Gemeinsamkeiten. Darüber hinaus veranschaulichte Dr. Sabrina Kirschke wie die Projekte ihre Outputs, Outcomes und Impacts bewerteten.

Citizen Science für planetare Gesundheit

Was ist planetare Gesundheit? Und warum brauchen wir unterschiedliche Citizen-Science-Perspektiven und Akteur*innen zur Unterstützung dieses Ansatzes? In der digitalen Mittagspause am 30. September 2022 wurde das ganzheitliche Konzept der planetaren Gesundheit vorgestellt. Unsere Referentin Katharina Wabnitz vom Centre for Planetary Health Policy (CPHP) hat gezeigt, dass es vielfältiger Synergien und der Zusammenarbeit mit der gesamten Citizen-Science-Gemeinschaft mit vielen wissenschaftlichen Disziplinen bedarf, um die beste aller möglichen Zukunftsaussichten für unseren von Menschen bewohnten Planeten zu realisieren.

Digital Public History & Citizen Science

Bürgerwissenschaftliches Engagement hat in der Geschichtswissenschaft eine lange Tradition und öffnet sich in den letzten Jahren auch zunehmend digitalen Formaten. Einblicke in das Engagement historisch interessierter Citizen Scientists gaben in der digitalen Mittagspause im Rahmen des Digitaltags am 24. Juni 2022 Prof. Dr. Georg Fertig (MLU Halle-Wittenberg) und Dr. Katrin Moeller (MLU Halle-Wittenberg). Georg Fertig präsentierte die vielfältigen Crowdsourcing-Aktivitäten des Vereins für Computergenealogie e.V. und fragte vor dem Hintergrund immer kompetenterer KI-Schrifterkennung nach den Entwicklungsperspektiven von klassischen Crowdsourcing-Projekten. Katrin Moeller stellte ihre Zusammenarbeit mit Ortschronist*innen vor und veranschaulichte, welches Forschungspotential für die digitale Geschichtswissenschaft in der Kooperation mit Bürgerwissenschaftler*innen steckt.

Gemeinsam Citizen-Science-Ideen verwirklichen – wie gelingt das?

Am Mittwoch, den 25. Mai 2022, lud das Team des neuen Citizen-Science-Wettbewerbs Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt zu einer digitalen Mittagspause ein. Gemäß des Fokus des Wettbewerbs, der den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nachhaltig stärken und Citizen Science als Format für Zusammenarbeit sichtbar machen will, lenkte die Mittagspause den Blick auf die Gelingensfaktoren von Kooperationen. Was zeichnet eine erfolgreiche Kooperation aus? Wer sind die passenden Partner*innen für die eigene Idee? Und wie bewältigt man Herausforderungen in der Zusammenarbeit? Auf diese und weitere Fragen ging Prof. Dr. Andrea Walter (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW) in ihrem Impuls zu den Grundlagen gelungener Kooperationen für Praktiker*innen aus Kommunen und Zivilgesellschaft ein. Dr. Kerstin Kurzhals und Katrin Uude (FH Münster) berichteten über Transferhemmnisse aus dem Projekt münster.land.leben und präsentieren Lösungsansätze aus ihrem Co-Creation Toolbook.

Open Citizen Science

Wikipedia ist längst nicht die einzige offene Wissensplattform im WWW, die mit ‚Wiki‘ beginnt. Zur Familie gehören auch Wikisource, Wikidata und Wikiversity, die in der Citizien Science Community noch immer vergleichsweiße unbekannt sind. Jens Bemme (SLUB Dresden) lud daher in der digitalen Mittagspause am 25. März 2022 zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch die vernetzten Wikiwelten ein. Seine Wikiversity Seite macht buchstäblich Appetit auf mehr: Die offene Informationsstruktur der Wikimedia Plattformen gehen nicht nur Hand in Hand mit dem bürgerwissenschaftlichen Demokratisierungsansinnen, sie gehen darüber hinaus! Open Citizen Science steht für Citizen Science mit offenen Daten, offenen Plattformen und offenen Partizipationsmöglichkeiten – oder wie Jens Bemme sagt „Just Citizen Science done right“.

Citizen Science goes Europe!

Citizen Science-Projekte und -Initiativen bereichern zunehmend die europäische Landschaft - sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Doch welche Strukturen und EU-Projekte gibt es, die als Impulsgeber*in fungieren? Was genau machen diese Initiativen und welche Angebote haben sie bereits für nationale, regionale und lokale Citizen Science Projekte? In der digitalen Mittagspause am 25. Februar 2022 stellten sich drei europäische Initiativen mit ihren Aktivitäten und Veranstaltungen vor. Mit dabei war Dorte Riemenschneider vom europäischen Verein für Bürgerwissenschaften, der European Citizen Science Association (ECSA), der sich mit seinen Mitgliedern dafür einsetzt, dass Wissenschaft integrativer und demokratischer wird. Claudia Fabó Cartas berichtete vom Projekt EU-Citizen.Science, das eine europäische Plattform für Citizen Science Projekte mit vielen kostenfreien Praxis- und Trainingsressourcen aufgebaut hat - mit dem Ende der Projektlaufzeit Anfang 2022 hat ECSA die Plattform übernommen. Last but not least erzählte Marius Oesterheld von den Zielen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen des Forschungsprojekts CS Track, das die europäische Citizen Science Landschaft systematisch untersucht und dazu unter anderem eine Umfrage mit über 1000 Citizen Scientists durchgeführt hat.

Wer oder was bin ich?

Mehr als 100.000 Freiwillige engagierten sich im letzten Jahr in Citizen-Science-Projekten. Das ist unsere Schätzung für die aktuell rund 180 Projekte auf der Plattform buergerschaffenwissen.de. Wie erleben und bezeichnen sie ihre Mitarbeit an Forschungsprojekten – sehen sie sich selbst als "Citizen Scientist" oder "Bürgerwissenschaftler*in"? Oder bevorzugen sie andere Begriffe ohne Bezug zu Forschung und Wissenschaft? In der Digitalen Mittagspause am 26. November 2021 (12-13 Uhr) werden wir mit Kristin Oswald und Nils Steffen (Uni Hamburg, "SocialMediaHistory") den fließenden Übergang zwischen Ehrenamt und Citizen Science in kulturwissenschaftlichen Projekten ausloten. Wir freuen uns auch auf Diana Stört, Leiterin der Transkriptionswerkstatt des Museum für Naturkunde Berlin sowie Sabine Bührmann. Als Teilnehmerin des Transkriptions-Kurses lernt sie aktuell altdeutsche Handschriften wie Sütterlin lesen und wendet ihr neu erworbenes Wissen ehrenamtlich am Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg an.

Meine, deine, unsere Daten - rechtliche und ethische Fragen bei Citizen-Science-Projekten

Innerhalb von Citizen-Science-Projekten kommt häufig die Frage auf, welche rechtlichen und ethischen Fragen in der Planung und Durchführung von Projekten zu beachten sind und wie man an Ressourcen und Informationen zu diesem Themenbereich kommt. In der digitalen Mittagspause sprechen wir zusammen mit Dr. des. Linda Freyberg und Dr. Friederike Klan, Sprecherinnen der AG Citizen Science & Recht, über rechtliche und ethische Fragestellungen innerhalb von Citizen-Science-Projekten. Für die Perspektive aus dem Bereich Medizin und Gesundheitsforschung, berichtet Nora Weinberger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), von ihren Erfahrungen zu Bürgerbeteiligung von Menschen mit Demenz und Seheinschränkungen. Im Laufe der digitalen Mittagspause möchten wir zusammen den Informations-, Klärungs- und Beratungsbedarf erfassen, welcher bei der Durchführung von Citizen-Science-Projekten (in der Gesundheitsforschung) aufkommt.

Emotionen als Eintritt in die Wissenschaft?

Der Home River BioBlitz ruft vom 24.09 bis zum 26.09. Menschen weltweit auf, ihre lokalen Flüsse mithilfe der App ‘iNaturalist’ zu erleben und dadurch Biodiversitätsforschung zu unterstützen. Im vergangenen Jahr nahmen bei dieser Aktion bereits rund 500 Teilnehmende Biodiversitätsdaten von über 40 Flüssen auf. Als Auftakt dieses weltweiten Citizen Science-Events ist für die heutige digitale Mittagspause Jens Benöhr bei Bürger schaffen Wissen zu Gast. Jens ist einer der Hauptorganisatoren des Home River Bioblitz in Deutschland und hat im Rahmen seiner Masterarbeit die Auswirkungen von Citizen Science auf die Ortsverbundenheit der Menschen erforscht. Zusammen mit Jörg Freyhof, Biodiversitätswissenschaftler und Gewässerexperte am Museum für Naturkunde Berlin, werden wir uns über den Zustand der Biodiversität von Flüssen in Berlin austauschen und beschäftigen uns mit der Frage, wie Emotionen in Citizen-Science-Projekten helfen können, unsere Natur zu bewahren. Gäste: Jens Benöhr (River Collective) & Jörg Freyhof (Museum für Naturkunde Berlin)

Kick-off-Gespräch zur Online-Konsultation

Seit 2020 arbeiten über 150 Mitwirkende unter der Leitung von mehr als 40 Themenchairs aus verschiedenen Organisationen an dem Weißbuch Citizen Science Strategie 2030 für Deutschland. Die AG Weißbuch lädt nun alle ein, den Entwurf der Strategie zu kommentieren, zu ergänzen oder sich im Rahmen eines Positionspapiers einzubringen. In der digitalen Mittagspause im August diskutierten Manfred Ronzheimer (Journalist), Stefan Munziger (Naturgucker) und Dr. Anke Valentin (Wissenschaftsladen Bonn) über die verschiedenen Perspektiven und Schwerpunkte der Online-Konsultation. Die AG Weißbuch freut sich auf Ihre Teilnahme an der Gesprächsrunde! Moderiert wurde die Mittagspause von Silke Voigt-Heucke (MfN) und Christin Liedtke (Helmholtz Geschäftsstelle).

Aktiv-Passiv!

Citizen-Science-Projekte ermöglichen Bürger*innen, sich an verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses zu beteiligen. Diese Beteiligung findet zunehmend online statt, dabei können Teilnehmende digitale Werkzeuge zur Datensammlung, -auswertung und -diskussion nutzen. In einem Forschungsprojekt wurden für drei thematisch unterschiedliche, online-basierte CS-Projekte mit Hilfe von Tracking-Tools vergleichend untersucht, wie häufig die Teilnehmenden aktiv Daten gesammelt und ausgewertet haben oder ob sie eher passiv stöberten, also Inhalte anschauten und sich informierten. Prof. Dr. Till Bruckermann (Leibniz Universität Hannover) zeigte am 28.4.2021, dass sich die Art und der Grad der Beteiligung zwischen der Datensammlung und -auswertung unterscheiden, unabhängig vom Thema des CS-Projektes. Daraus lassen sich viele Anregungen für die Gestaltung von CS-Projekten ableiten.

Zum Weiterlesen:

Greving, H., Bruckermann, T. & Kimmerle, J. (2020). This is my project! The influence of involvement on psychological ownership and wildlife conservation: The influence of involvement on psychological ownership and wildlife conservation. Current Research in Ecological and Social Psychology, 1(1), Artikel 100001. https://doi.org/10.1016/j.cresp.2020.100001

Bruckermann, T., Greving, H., Brandt, M., Harms, U. (2021). Daten Sammeln reicht mir! Bürgerwissenschaften: Welche Aktivitäten interessieren Beteiligte? IPN Journal, 8, 24-29. https://www.ipn.uni-kiel.de/de/publikationen/ipn-journal/ipn-journal-no-8

Bruckermann, T., Greving, H., Stillfried, M., Schumann, A., Brandt, M., & Harms, U. (2022). I’m fine with collecting data: Engagement profiles differ depending on scientific activities in an online community of a citizen science project. PLOS ONE, 17(10), e0275785. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0275785

Exklusiv - Inklusiv!

Die aktuell 160 Projekte auf der Plattform buergerschaffenwissen repräsentieren eine enorme Vielfalt an Themen, Forschungsfragen, Herangehensweisen. Doch wie vielfältig sind die Menschen in den Projekten, deren unterschiedliche Perspektiven, individuelle Hintergründe und Erfahrungswelten? Sind wir offen und divers? Oder weisen wir versehentlich einzelnen Personen oder sogar ganzen Gruppen nur bestimmte Rollen zu? Oder grenzen wir sogar aus? In der Digitalen Mittagspause am 26.3.2021 hat Psychologin Dr. Ines Thronicker (UFZ Leipzig) darüber berichtet, wie spannend und wie lohnend es ist, die Welt der Diversität zu erkunden – in unserer Kommunikation, in unseren Strukturen und in unserem Verhalten.

Ergänzende Materialien und Informationen

Soapbox Science:

Plötzlich digital!

Viele Citizen-Science-Projekte sahen und sehen sich vor der großen Herausforderung, ursprünglich als Vor-Ort-Angebote geplante Veranstaltungen in der digitalen Welt umzusetzen. In der Digitalen Mittagspause am 26. Februar 2021 haben Silke Oldorff und Rainer Stoodt vom Projekt „Tauchen für den Naturschutz“ berichtet. In diesem Projekt werden Sporttaucher*innen zunächst ausgebildet, verschiedene typische Wasserpflanzen zu bestimmen. Anschließend können sie selbständig diese Arten während ihrer Tauchgänge in den Seen bestimmen und kartieren. Das Team hat die Winter-Schulungen zur Auffrischung der Artenkenntnisse und Methodik Anfang Februar 2021 ins Internet verlegt. 

Freiwilligenmanagement

Eine besonders wichtige Komponente in Citizen-Science-Projekten ist die Zusammenarbeit mit Bürgerforschenden: Wie begeistert man Bürger*innen für das eigene Citizen-Science-Projekt? Worauf gilt es in der Kommunikation und in der Projektarbeit zu achten? Und wie organisiert man das am besten? In der gemeinsamen Mittagspause am 29. Januar drehte sich alles ums Freiwilligenmanagement. Wir bedanken uns bei Ralf Baumgarth von der FreiwilligenAgentur Heidelberg für einen Überblick über das Thema und bei Andrea Andersen vom BUND für einen Einblick in die praktische Umsetzung in den Citizen-Science-Projekten.

Ende gut, alles gut?

In der Mittagspause am 27. November haben wir gemeinsam auf Citizen-Science-Projekte geblickt, die sich in der Abschlussphase befinden. Zeit also, um Bilanz zu ziehen, die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse vorzustellen und einen Blick nach vorn zu werfen. Dazu haben Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben das Projekt REPARA/KUL/TUR und Peggy Sylopp das Projekt Hear How You Like To Hear vorgestellt. Vielen Dank für den schönen Austausch!  

Ist Citizen Science Wissenschaftskommunikation?

In unserer Mittagspause am 30. Oktober beleuchten wir die Frage, inwiefern Citizen Science Teil der Wissenschaftskommunikation ist, wie sich die Grenzen zwischen Teilsystemen von Gesellschaft und Wissenschaft verschieben und welche Besonderheiten sich aus dem partizipativen Forschungsprozess für die Kommunikation in Citizen-Science-Projekten ergeben. Wir freuen uns auf einen Input von Susanne Hecker und auf die anschließende Diskussion mit allen Teilnehmenden!

Citizen Science & SDGs

In unserer zweiten Mittagspause am 25. September haben wir uns die Verbindung zwischen Citizen Science und den UN-Nachhaltigkeitszielen näher angeschaut und sind dazu mit euch in die Diskussion gekommen. Wir haben einen Blick auf die aktuelle Forschung geworfen und anschließend u.a. überlegt, wie Projekte in der Runde zu welchen SDG-Zielen passen und was die Projekte für die Umsetzung an Unterstützung noch gebrauchen können. 

Trends & Themen in der Wissenschaftskommunikation

In unserer ersten Mittagspause am 28. August 2020 stand die Frage "Was sind Trends und Themen in der Wissenschaftskommunikation?" im Mittelpunkt. Rebecca Winkels, verantwortlich für die strategische Kommunikation bei Wissenschaft im Dialog, stellte das Thema in einem Input vor und lieferte eine Vielzahl von Beispielen. Anschließend kamen die Teilnehmenden in den Austausch und diskutierten, welche Anknüpfungspunkte sie zu den eigenen Citizen-Science-Projekten sehen und welche Erfahrungen sie bereits teilen können. Die wichtigsten Diskussionsbausteine hat Graphic Recorderin Lorna Schütte für uns digital festgehalten.